Emil Rochowanski

* 14.5.1845 in Javorník
† 6.2.1908 in Opava

Bürgermeister der Stadt Opava, Abgeordneter des Schlesischen Landesparlaments, Beisitzer des Schlesischen Landesausschusses.

Sein Vater, Leopold Rochowanski, stammte zwar aus einer Töpferfamilie, erwarb jedoch eine juristische Ausbildung und übte nacheinander den Beruf eines Stadtsyndikus in Bílovec, danach in Javorník ve Slezsku und schließlich den eines Notars in Zlaté Hory aus. Im Jahre 1841 vermählte er sich in Opava mit Karolina, der Tochter des dortigen Tuchmachermeisters Karl Keil, und in der Zeit seines Aufenthalts in Javorník wurde ihnen der Sohn Emil geboren. Dieser absolvierte nach der Volksschule in Jeseník das Gymnasium in Opava und nahm dann ein Jura-Hochschulstudium an der Universität in Prag auf, setzte es in Graz fort und beendete es in Wien.

Am 8.7.1871 heiratete er in Opava Karolina Isabella, die Tochter des Gerichtsagenten Ernst Moritz Eltz. Kurz darauf übersiedelten die Neuvermählten nach Wiener Neustadt. Seine Frau verstarb nach zwei kurz aufeinander folgenden Kindern, Edith (1873) und Alfred (1874).

In Wien hatte er das Juradoktorat erworben, die Staatsdienste verlassen und sich voll der Advokatur gewidmet. Nach dem Tode seiner Gattin kehrte er jedoch mit den Kindern in ihre Heimatstadt Opava zu deren Verwandten zurück, damit diese ihm bei der Erziehung helfen konnten. In Opava arbeitete er zunächst in der Kanzlei von Dr. jur. Franz Müller. 1875 eröffnete er bereits aber eine eigene Anwaltskanzlei. Am 6.7.1878 heiratete er wieder und zwar Julie Mathilda (Ida) Marie (*1858), Tochter des schlesischen Landessekretärs Hugo Hampel.

Im Jahre 1882 wurde er zum Abgeordneten des Schlesischen Landtags gewählt und 1883 auch zum Beisitzer des Schlesischen Landesausschusses, den er im Landesschulrat vertrat; er wurde Vorsitzender des Kreisschulrats. Aus seiner Initiative heraus entstanden an vielen Orten Schlesiens neue Schulen.

Im Jahre 1885 wurde er erstmalig in den Stadtrat von Opava gewählt, anschließend dann wiederholt bei den nachfolgenden Wahlen. Am 29.3.1892 wurde er vom Gemeinderat zum Bürgermeister von Opava gewählt, und dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode inne, also unglaubliche 16 Jahre. Die schlesische Metropole erlebte während seiner Amtszeit einen bemerkenswerten Aufschwung und eine allseitige Entwicklung. Es wurden weitere drei Eisenbahnstrecken, von Opava nach Hradec n. Mor., nach Horní Benešov und Ratiboř, gebaut, des Weiteren eine Straßenbahn, eine Regulierung des Straßennetzes durchgeführt, das Landeskrankenhaus, der städtische Schlachthof, das Elektrizitätswerk, das städtische Armenhaus, die Rainer-, Rudolf- und die Jezdecká- Kaserne erbaut und das Stadtmuseum errichtet. An der Stelle der aufgelösten, ursprünglich städtischen Šnelerov- und Kliplák-Höfe wurde zudem der Bau eines neuen Platzes mit den Gebäuden der Landesfinanzdirektion (1907) - ehemaliges Gebäude des Kreisverwaltungsamts und der Landespost- und -telegrafendirektion (1911) - heute Slesische Univerzität - in Angriff genommen. Diesem Platz wurde auf Beschluss des Stadtrats nach dem plötzlichen Ableben des Bürgermeisters dessen Name gegeben.

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