Bedeutendste Denkmäler und Orte in Opava

Areal des Schlesischen Krankenhauses und der Nervenheilanstalt

 

Besonders sehenswert ist der Pavillonkomplex der Nervenheilanstalt, der 1889 im Stil der Neorenaissance errichtet wurde. Die für 200 Patienten gebaute Heilanstalt wurde nach und nach ausgebaut, so dass sie vor dem Ersten Weltkrieg 1.100 Patienten beherbergte. Das benachbarte Areal des Schlesischen Krankenhauses ist 10 Jahre jünger. Das erfolgreiche, im Jugendstil gehaltene Projekt des Architekten F. Ruppel hieß „Licht und Luft“ und wurde unter der Leitung des örtlichen Architekten Adolf Müller realisiert. 1990 wurden sieben Pavillons des Krankenhauses einschließlich des Direktoriumsgebäudes zum Kulturdenkmal erklärt.

Schlesisches Krankenhaus: www.nemocnice.opava.cz

Pflegemuseum: http://nemocnice.opava.cz/muzeum-osetrovatelstvi

Pathologiemuseum: http://nemocnice.opava.cz/muzeum-patologie

Blücher-Palais

 

Der Barockpalast wurde 1737 an der Stelle von drei älteren Häusern gebaut. 1800 ging er an den Grafen Larisch-Mönnich über, dessen Tochter G. Blücher heiratete. 1932–1938 war im Palast das Tschechoslowakische Landwirtschaftsmuseum untergebracht. Heute wird der Palast vom Schlesischen Landesmuseum als Depositraum genutzt.

Gottes Ecke

 

Das alte Haus Nr. 53, genannt Gottes Ecke, entstand durch die Verbindung von zwei älteren Häusern, von denen das nördliche im Stil der Spätgotik und das südliche im Stil der Renaissance errichtet worden war. Die Maßhäuser haben sich sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Geschoss erhalten. Im ersten Geschoss hat sich außerdem eine Balkendecke mit Gemälden aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Das Haus wird heute als Geschäftsraum genutzt.

Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Breda

 

Das Kaufhaus Breda wurde 1927–1928 nach den Plänen des Wiener Architekten Leopold Bauer für die Firma Breda & Weinstein gebaut. Das fünfgeschossige Eckgebäude mit einem zweigeschossigen Souterrain hat eine gegliederte Fassade. Das Kaufhaus hatte eine für die damalige Zeit hochmoderne technische Ausstattung. Bei der Gestaltung des Gebäudes orientierte sich Leopold Bauer an der amerikanischen Architektur, vor allem an den Bauwerken von Henry Sullivan.

Gebäude der Sparkasse

 

Das architektonisch interessante Gebäude der Sparkasse wurde 1900–1902 von Karl Kern im Stil der deutschen Neorenaissance gebaut. Die Fassade wird von den allegorischen Figuren der Landwirtschaft, der Handwerke und des Handels, einem Werk des Wiener Bildhauers Franz Baumgartner, geschmückt. 2004 wurde das Gebäude mit großem Erfolg generalsaniert.

www.csas.cz

Dukla-Kaserne

 

Die verlorenen Kriege, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts Kaiserin Maria Theresia gegen Preußen führte, hatten den Verlust eines Großteils von Schlesien und eine einschneidende Veränderung der österreichischen Grenzen zur Folge. Opava wurde durch diese Tatsache zu einer Grenzstadt. Das erforderte wiederum die Errichtung einer ständigen Garnison in der Stadt bzw. die Verstärkung der kaiserlichen Truppen, die in Opava seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges stationiert waren.

Bereits am Ende der 1740er Jahre waren in der Kaserne am Fischmarkt 180 Infanteristen untergebracht. 1835 wurde ein Stall für 40 Pferde hinzugebaut, aber am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kaserne liquidiert. Ein Jahr, nachdem die Stadt und ihre Umgebung im Rahmen des Bayerischen Erbfolgekrieges (der sog. Kartoffelkrieg) von den preußischen Truppen besetzt worden waren (1778), besuchte Kaiser Joseph II. die Stadt und ließ von seinem früheren Plan ab, aus Opava eine Festungsstadt zu machen. Diese Entscheidung führte später zur Schleifung der Stadtbefestigung. Gerade in der Nähe des abgerissenen Jaktar-Tores wurde zwischen 1847 und 1849 die Franz-Joseph-Kaserne gebaut. In dem dreigeschossigen Objekt, das sich in der unmittelbaren Nachbarschaft des später gebauten Kaufhauses Breda & Weinstein befand, konnten fast 700 Soldaten untergebracht werden. Das Gebäude, das nach der Entstehung der Tschechoslowakei „Alte Kaserne“ genannt wurde, existierte bis 1939. Weiter in der Krnovská-Straße befand sich in der Nähe des Kraftwerks die Erzherzog-Albrecht-Kaserne („Kleine Kaserne“). Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Nähe die Erzherzog-Reiner-Kaserne („Neue Kaserne“) errichtet, die zunächst für die Landwehr bestimmt war, aber später von dem 15. Regiment der Tschechoslowakischen Armee und seit 1966 von dem Jan-Žižka-Militärgymnasium (das spätere Schlesische Gymnasium) genutzt wurde. Heute sind in dem Gebäude Büros der Stadtverwaltung untergebracht. In Opava gab es auch andere Militärobjekte – den 1839 errichteten Schießstand bei Palhanec, das Schießpulvermagazin in der Kasernenstraße, das Kommandanturgebäude (später das Haus der Armee, heute das Rektoratsgebäude der Schlesischen Universität), das 1846 eröffnete Militärkrankenhaus am heutigen Platz der Republik oder die Trainkaserne in der heutigen Jaselská-Straße.

Opava und seine Umgebung waren ursprünglich Rekrutierungsgebiet für verschiedene Formationen. Das sollte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts ändern, als Opava zum Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 1 „Kaiser“ gehörte. Diese Formation, deren Soldaten dunkelrote Aufschläge und gelbe Knöpfe trugen, nahm während des Deutschen Krieges 1866 an der Schlacht bei Trautenau teil. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der spätere Feldmarschall und Generalstabschef der österreichisch-ungarischen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg Franz Conrad von Hötzendorf Kommandant des Regiments. Nach 1912 war nur noch das 3. Bataillon in Opava stationiert, da die ersten zwei Bataillone nach Krakau in Polen bzw. nach Mostar in Bosnien verlegt worden waren. Außer diesem Bataillon befanden sich 1914 in Opava u. a. das Landwehrregiment Nr. 15, zu dem im Oktober 1915 der spätere Armeegeneral Heliodor Píka eingezogen wurde und das 1917 in das Schützenregiment Nr. 15 umbenannt wurde, sowie die Ersatzkompanie des 16. Jägerbataillons. Vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs bestand die Garnison Opava aus ungefähr 2.000 Männern, 100 Offizieren und 250 Pferden.

Zu dieser Zeit funktionierte bereits das größte militärische Objekt in Opava, nämlich die nach Kronprinz Rudolf benannte Artilleriekaserne. Der Hauptteil wurde 1887–1889 nach den Plänen von F. Puchner, E. Labitzky und M. Hartel hinter dem heutigen Westbahnhof gebaut. Das Areal öffnet sich zu dem heutigen Hora-Platz hin mit einer Freitreppe und einer Terrasse sowie mit zwei früheren Offiziersherbergen mit Eckrisaliten. Der große, geschlossene Raum mit dem zentralen Hof ist auf drei Seiten von späthistoristischen Mannschaftsgebäuden umgeben. Im Rest des Areals, circa 10 ha, befanden sich Ställe, Arrest, Betriebsgebäude, Reitschule, Garten und sogar Tennis- und Fußballplatz.

Nach der Entstehung der Tschechoslowakei wurde die Kaserne nach Präsident Masaryk benannt. Nach der Verlegung einiger Formationen nach Hranice na Moravě waren hier das 8. Leichtartillerieregiment und das 15. Infanterieregiment stationiert. 1936 wurde hier im Zusammenhang mit dem Bau der tschechoslowakischen Befestigungslinie das Genietruppenkommando IV. untergebracht. Seit März 1938 war hier das IV. Bataillon des 4. Grenztruppenregiments stationiert. Im Herbst 1938 gehörte die Umgebung von Opava zu den bestbefestigten Orten an der Grenze zu Nazideutschland. Nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens betrat jedoch die deutsche Wehrmacht kampflos die Stadt und besetzte alle militärischen Objekte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde keines von ihnen schwer beschädigt. Nach dem Abschluss der Kämpfe wurden sie von der Roten Armee, im Sommer 1945 von der Tschechoslowakischen Armee besetzt. In der Masaryk-Kaserne waren wieder die Artilleristen untergebracht, am Anfang noch mit den pferdegezogenen Geschützen. In einem Teil der Kaserne befand sich auch eines der Internierungslager für die abzuschiebende deutsche Bevölkerung. Nach 1948 wurde die Masaryk-Kaserne in Dukla-Kaserne umbenannt und beherbergte verschiedene Formationen, u. a. die 5. geodätische Einheit. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass im August 1968 die Sowjetische Armee durch Versperrungen an der Einfahrt ins Objekt gehindert wurde, wofür die Verantwortlichen später bestraft wurden. Die Neuausrichtung des Ausbildungsprogramms auf logistische (rückwärtige) Dienste mündete in der Errichtung der 53. Ausbildungsbasis für Logistik, die seit 1999 den Namen des Armeegenerals Heliodor Píka hatte. Die Formation erwarb sich große Verdienste bei der Beseitigung der Folgen der katastrophalen Überschwemmungen von 1997 und 2002. 2004 verließen die Grunddienstleistenden die Formation, die dann 2005 aufgelöst wurde. Zwei Jahre später erwarb die Stadt Opava fast das gesamte Areal der Kaserne.

Haus zum Weißen Rössl

 

Ein Bürgerhaus aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, mit einem typisch breiten, gewölbten Eingangsmaßhaus. Im Haus wohnte u.a. Jan Zacpal, Redakteur der Zeitung „Opavský týdeník“. Unter dem schönen Gewölbe des Maßhauses befindet sich heute eine stilvolle Bierstube.

http://www.ubilehokonickaopava.cz

Haus zum Mohren

 

Eines von nur zwei Häusern zwischen dem Ober- und dem Niederring, die die Kriegsereignisse vom Frühling 1945 überstanden haben. Das Haus hat einen frühbarocken Kern, die Fassade stammt aus dem Jahr 1730 und ist mit Stuck und Medaillons mit Adlern und Kaiserporträts geschmückt. Über der Attika erheben sich die Büsten von zwei Mohren und den antiken Göttern Pallas Athene und Ares. Im Haus befand sich ursprünglich die Apotheke „Zum Mohren“.

Haus der Künste - Dominikanerkloster

 

Der Raum zwischen den heutigen Pekařská-, Mnišská- und Solná-Straße wurde ein halbes Jahrtausend lang von den Dominikanern bewohnt, die hier ihren Konvent sowie die St.-Wenzel-Kirche hatten. Die Dominikaner datieren den Beginn ihrer Tätigkeit in Opava auf das Jahr 1291, als der Troppauer Herzog Nikolaus I. nach einer nicht mehr erhaltenen Urkunde am nördlichen Abschnitt der Stadtmauer ein Kloster gegründet haben soll. Eindeutig belegt ist die Anwesenheit der Dominikaner in Opava erst seit 1303, und zwar durch die Liste der Dominikanerkonvente, die von dem durch Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ berühmt gewordenen Inquisitor Bernard Gui erstellt wurde.

Die Klostergebäude wurden in der Nähe der Stadtmauer gebaut, um deren Verteidigungsfunktion zu stärken. Die Bauarbeiten dauerten mehrere Jahrzehnte. Der provisorische Konvent wurde zunächst durch den Ostflügel mit einer rechteckigen Sakristei, einem Kapitelsaal und einem Refektorium ersetzt, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand um den Paradieshof herum der Kreuzgang. Dieser hatte ein Kreuzgewölbe und seine Spitzbogenfenster mit Maßwerk waren zum Hof ausgerichtet. Im 15. Jahrhundert wurden Kloster und Kirche dreimal durch Feuer beschädigt, wobei die Dachbinder den größten Schaden erlitten. Während einer Pestepidemie von 1541 bis 1542 starben sowohl der Prior als auch die übrigen dreißig Ordensbrüder. Da es in den böhmischen Ländern infolge der fortschreitenden Reformation immer weniger Dominikaner gab, entschied die königliche Kommission, die zur Untersuchung der örtlichen Verhältnisse berufen worden war, den Troppauer Konvent an die polnische Ordensprovinz anzuschließen und mit den Mönchen aus Polen zu besetzen. 1556 brannte das Objekt aus und seine Wiederherstellung verzögerte sich wegen des Streits mit den lutherischen Beamten. In den zwei letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts wurde das Kloster von den Lutheranern zweimal angegriffen und ausgeplündert.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts fanden zwar im Kloster umfangreiche Bauarbeiten statt – z. B. wurden ein neuer Glockenturm im Stil der Renaissance und ein neuer Seiteneingang in die gotische Klosterkapelle der heiligen Maria Magdalena gebaut –, aber in den 1620er Jahren, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde das Kloster zweimal von den feindlichen Truppen besetzt und brannte aus. 1651 wurde das Kloster von dem bisher schlimmsten Brand heimgesucht, der einen Teil der Klosterbibliothek zerstörte. Das Kloster wurde nur provisorisch instandgesetzt und nach seiner Rückübergabe an die böhmische Provinz (zu Beginn des 18. Jahrhunderts) barock umgestaltet (1723–1724). Unter der Leitung der Baumeister J. J. Hausrucker und J. Rieth wurde das Kloster zu einem zweigeschossigen Gebäude umgebaut und auf der östlichen Seite erweitert. Auf der westlichen Seite wurde ein neuer Flügel gebaut und der Kreuzgang sowie der Kapitelsaal erhielten neue Gewölbe. Fünf Jahre nach dem Brand im Jahr 1758 wurde im Interieur ein zweiflügeliges Treppenhaus errichtet.

Die Aufhebung des Klosters im Rahmen der josephinischen Reformen wurde zunächst nicht geplant, aber der verschuldete Orden bat 1786 um die Liquidierung des Klosters, um durch die Versteigerung des Klosterbesitzes die Schulden zu begleichen. Für Kloster und Kirche bedeutete diese Entscheidung eine hundertfünfzigjährige Leidenszeit. Zwei Jahre nach der Aufhebung des Klosters wurde sein Gebäude an das Militär übergeben. Seit Ende des 18. Jahrhunderts war in dem Ost- und Nordflügel die sog. Normalschule untergebracht, später eine niedere Realschule. Der Westflügel wurde in Privathand verkauft und diente als Bürgerhaus, die Westpforte und der Turm wurden in den 1820er Jahren abgetragen. Während die Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise rekonstruiert wurde und das Interesse an ihrer Wiederherstellung vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg ständig zunahm, war die Situation des Klosters so schlecht, dass in den Jahren 1948-1949 der Westflügel beseitigt wurde und in den 1960er Jahren sogar die Demolierung des gesamten Gebäudes erwogen wurde. Diese Absicht wurde letztlich nicht realisiert. Die Situation mündete dagegen in den Jahren 1967–1974 in der Rekonstruktion des ehemaligen Konvents.

Außer dass hier eine Kunstgrundschule und die Weinstube „U Přemka“ untergebracht waren, diente das Objekt nach seinem Umbau zur städtischen Galerie als „Haus der Künste“. Nach dem Entwurf des Architekten Leopold Plavec wurden der wiederhergestellte Paradieshof und der Kreuzgang durch großformatige Gläser abgetrennt, das Interieur erhielt einen Marmorboden und wurde mit den geschmiedeten Gittern und Geländern von Alfred Habermann sowie mit den Leuchtkörpern von dem Glasbläser František Vízner geschmückt. Vor dem Eingang befindet sich seit 1976 die Statue des Laufenden Mädchens von dem in Hradec geborenen Bildhauer Kurt Gebauer. Obwohl das Haus der Künste seinerzeit als Stolz der sozialistischen Kultur präsentiert wurde, war es auch vor 1989 möglich, hier hochwertige und nonkonformistische Kunst zu finden. Die Entspannung der Atmosphäre nach November 1989 brachte neue Impulse in das Leben des Hauses, aber der technische Zustand des Gebäudes wurde immer schlechter. Zwischen 2010 und 2011 wurde das Objekt rekonstruiert, ein neuer Eingang wurde errichtet und der nunmehr mit dem Kreuzgang verbundene Paradieshof wurde überdacht. Heute ist für den Betrieb des Hauses die Kulturorganisation Opava zuständig.

www.oko-opava.cz

Filípeks Hof

 

Ein malerischer Bauernhof in Kateřinky, bestehend aus Wohnhaus und Wirtschaftsgebäuden, die um einen quadratischen Innenhof gruppiert sind. Er wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut und im 19. Jahrhundert umgestaltet. Der Hof ist ein Beleg für die Wirkung der offiziellen Kunst auf die Volksarchitektur. Über den beiden Ecken des eingeschossigen Hauses mit einem Satteldach erheben sich zylindrische Türme mit Zwiebelhauben. Die Räume haben Tonnen- und Kreuzgewölbe. Der Innenhof ist von der Straße durch eine verputzte Mauer mit Pfeilern abgetrennt. Darin befinden sich, durch die Pfeiler abgegrenzt, ein Zweiflügeltor und eine Pforte für Fußgänger. An die Pforte schließt die gemauerte Fronleichnamskapelle an.

Franziskanerkloster und St.-Barbara-Kirche

 

Das ehemalige Franziskanerkloster wurde 1665 vom Grafen Heinrich von Würben gegründet. Ein Bestandteil des Klosters war auch die St.-Barbara-Kirche. Nachdem das Kloster aufgehoben worden war, wurde es als Lagerraum und später als Krankenhaus genutzt. Heute wird sein Gebäude von dem Schlesischen Landesmuseum in Opava genutzt.

Kreuzerhöhungskapelle

 

Der Bau der Kapelle der Deutschordensschwestern in der heutigen Matiční-Straße wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen. Bereits früher hatte sich der Arzt Leopold Heiderich aus Opava entschieden, das aufgehobene Franziskanerkloster an der Ecke der Ostrožná- und Beethoven-Straße (früher Klostergasse) zum städtischen Krankenhaus umzubauen, das später auch von dem Deutschritterorden unterstützt wurde. Schließlich vereinbarte die Stadt mit dem Hochmeister des Deutschritterordens Erzherzog Ferdinand d´Este, dass der weibliche Zweig des Ordens in Opava erneuert wird und die Deutschordensschwestern in dem neuen Krankenhaus Dienst leisten. Unmittelbar danach wurde zwischen 1841 und 1842 unter der Leitung des Ordensarchitekten Anton Onderka der Bau eines neuen Klostergebäudes begonnen, das an Heiderichs Krankenhaus anlag. Das schlichte, im Stil des Empire gebaute Gebäude des Ordenshauses hat drei Geschosse und zwei Trakte und wird heute von dem Kirchenkonservatorium Opava genutzt. Es kann hinzugefügt werden, dass 1883, also noch vor der Übertragung des städtischen Krankenhauses auf das neue Areal in der Olomoucká-Straße, der Deutschritterorden in der nahegelegenen Popská-Straße sein eigenes Krankenhaus errichtete. Der Ort, an dem den Mittellosen eine kostenlose medizinische Hilfe geleistet wurde, ist bis heute unter dem Namen „U Rytířů“ (Zu den Rittern) bekannt.

Die ursprüngliche Kreuzerhöhungskapelle wurde wahrscheinlich 1864 im Hof des Klosters gebaut. Es handelte sich um ein einschiffiges Objekt mit einem abgesetzten, geradlinig abgeschlossenen Presbyterium, für das ein Tafelflügelaltar aus dem 15. Jahrhundert, ein Werk von Jan Henneken van Wouvere, sowie eine goldene Monstranz angeschafft wurden. Dass ein größerer Raum benötigt wurde, geht aus der erhalten gebliebenen Dokumentation zum Neubau der Kapelle hervor, die 1902 von Josef Hruschka erstellt wurde. Der Erbe seines Baumeisterbüros Ferdinand Zdralek legte fünf Jahre später zusammen mit Sigmund Kulka einen neuen Entwurf vor, der ein Jahr später realisiert wurde. Die neue Kapelle wurde dann in Anwesenheit des Hochmeisters des Deutschritterordens Erzherzog Eugen eröffnet. Das neugotische Bauwerk mit einem Schiff und einem fünfeckigen Presbyterium ist durch Stützpfeiler gegliedert, zwischen denen sich Spitzbogenfenster befinden. Über dem südlichen Giebel erhebt sich ein achteckiges, pyramidenartig abgeschlossenes Türmchen. Auf der westlichen Seite befindet sich das Eingangsportal, das im Tympanon mit einem Relief geschmückt ist. Dieses zeigt das Wappen des Hochmeisters des Deutschritterordens, das von Weinreben umgeben ist. Das Innere der Kapelle ist durch Dienste mit Kapitellen rhythmisiert und einem Sterngewölbe versehen. Das Presbyterium ist durch einen Triumphspitzbogen von dem Schiff getrennt und hat ein einfacheres Strahlenrippengewölbe. Das Kloster war mit einer Orgelempore mit der Kapelle verbunden. Diese war für die Ordensschwestern bestimmt, während der untere Teil des liturgischen Raums für die Öffentlichkeit vorbehalten war.

Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 wurden die Deutschordensschwestern ausquartiert und das Objekt wurde von den Borromäerinnen genutzt. In den 1980er Jahren wurde die Aufhebung der Kapelle befohlen, das Mobiliar konnte jedoch überführt und gerettet werden. Der Altar wurde z. B. in Melč versteckt. Eine Veränderung kam erst mit den Ereignissen nach 1989, als das Kloster den Deutschordensschwestern zurückgegeben wurde. Die Wiederherstellung der Kapelle, verbunden mit der Restaurierung der Statuen und des Altars, wurde 1994 abgeschlossen und in demselben Jahr wurde die Kapelle feierlich eingeweiht und eröffnet.

 

Elisabethkapelle

 

Die ursprünglich gotische Kapelle wurde von dem Deutschritterorden errichtet. Drinnen hat sich ein Bild der heiligen Elisabeth von Thüringen, gemalt von F. I. Leichner, erhalten. Das Gebäude war zunächst eine Begräbniskapelle und wurde später barock umgestaltet. Heute wird die Kapelle von der orthodoxen Kirche genutzt und dient auch gelegentlichen Kulturveranstaltungen.

http://info.pravoslaviecz.cz/opava/

Heilig-Kreuz-Kapelle – Schwedische Kapelle

 

Am Ende des 14. Jahrhunderts ließ der Troppauer Herzog Premko auf einer kleinen Anhöhe über dem wichtigen Handelsweg nach Ratibor eine repräsentative Totenkapelle errichten, die unter anderem seine Position in der Stadt widerspiegeln sollte. Die heutige Bedeutung der Kapelle, die ein seltenes Beispiel der schlesischen Backsteingotik ist, liegt vor allem an ihrem relativ guten Erhaltungszustand. Der künstlerisch-historische Wert dieses Bauwerks wurde zudem durch die Entdeckung der Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die fünfzehn Szenen aus der Apokalypse darstellen, gesteigert.

Die Kapelle hat einen für die böhmischen Länder ungewöhnlichen achteckigen Grundriss, der vielleicht auf die herrschaftlichen Palastkapellen zurückgeht, deren Vorbild wohl die Prager Kirche in Karlov war und deren nächste Analogie sich im schlesischen Reichenbach befindet. Die Kapelle wurde vielleicht von einem Architekten gebaut, der an dem Bau der Stadtkirche beteiligt war. Der achteckige Zentralraum mit sieben abgestuften Stützpfeilern wurde von einer nicht erhaltenen, rechteckigen Sakristei und einem anliegenden, zylindrischen Turm ergänzt. Über die Spindeltreppe im Turm konnte man ins Depositorium im Obergeschoss der Sakristei gelangen. Der untere Teil der Kapelle besteht aus Bruchstein und ist mit einem profilierten Gesims abgeschlossen. Der obere Teil besteht aus Sichtmauerwerk, dessen Backsteine teilweise glasiert sind. Als Eingang dienen zwei profilierte Portale aus Tuffit. Aus dem gleichen Material bestand ursprünglich das nicht mehr erhaltene Maßwerk in den Spitzbogenfenstern. Das Sterngewölbe, das sich früher im Innenraum befunden haben dürfte, ist ebenfalls nicht erhalten geblieben.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, vielleicht noch zu Premkos Lebzeiten und wohl im Zusammenhang mit dem Tod seiner zweiten Gemahlin oder dem eigenen nahen Lebensende, wurde die Kapelle mit Wandmalereien ausgeschmückt. Diese Malereien stellen die mit dem Jüngsten Gericht verbundenen Legenden dar und werden vom deutschsprachigen Text und ornamentalen Dekor begleitet. Sie wurden erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wiederentdeckt und seitdem mehrmals restauriert. Ein größerer Teil von ihnen wurde jedoch unwiederbringlich zerstört und die drei erhaltenen Szenen, die einen zusammenhängenden, über fünf Seiten des Achtecks verteilten Streifen bilden, sind nur noch ein Torso. Trotzdem handelt es sich um eines der wertvollsten Denkmäler aus der Spätphase der Gotik. Nachdem die Troppauer Herzöge aus dem Haus Podiebrad die Schirmherrschaft über die Kapelle übernommen hatten, ließen sie sich wahrscheinlich als zwei kleine Halbfiguren am Eingangsportal verewigen.

Den Leiden des Dreißigjährigen Krieges entging im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts auch Opava nicht. Die Stadt wurde zunächst von Dänen und später von Schweden eingenommen. Gerade die Anwesenheit der Letztgenannten, die in der Kapelle protestantische Gottesdiente gehalten haben sollen, war die Ursache, warum sie im Volksmund „Schwedische Kapelle“ genannt wurde. Seit 1742 lag die Kapelle an der Grenze zwischen dem österreichischen und dem preußischen Teil Schlesiens. In den 1780er Jahren wurde sie im Zuge der josephinischen Reformen dekonsekriert und als Lagerraum oder Speicher genutzt. 1859 brannte sie aus und sollte sogar demoliert werden. Die Bestrebungen, sie zu retten, mündeten schließlich 1897 in der Gründung der „Einheit für die Wiederherstellung der Heilig-Kreuz-Kapelle“. Das böse Schicksal konnte von der Kapelle nach vielen Verzögerungen 1907 abgewendet werden, als sie von dem Landtag aus privatem Besitz gekauft wurde und die Restaurierungsarbeiten beginnen konnten. Dabei wurden 1912 die Fresken wiederentdeckt. Die letzten Restaurierungsarbeiten wurden 1996 abgeschlossen. Die Kapelle wurde in die Liste der nationalen Kulturdenkmäler eingetragen und für die Öffentlichkeit geöffnet.

www.oko-opava.cz

Konkathedrale Mariä Himmelfahrt

 

Das größte kirchliche Bauwerk in Opava und die Dominante des Oberrings, die einstige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler mit den typischen Elementen der schlesischen Backsteingotik. Die Entstehung der Kirche ist untrennbar verbunden mit dem Deutschritterorden, der in Opava seit 1204 aktiv war. Aus einer Urkunde, ausgestellt von dem König Wenzel I. und datiert auf das Jahr 1237, geht hervor, dass „die Ritter mit dem schwarzen Kreuz“ in Opava ein Pfarrhaus innehatten. Aus dieser Information kann geschlussfolgert werden, dass sich an der Stelle der heutigen Konkathedrale bereits früher ein romanisches Bauwerk befunden hat.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde zunächst ein massiver, eckiger Turm gebaut. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde dann der größere südliche Turm errichtet. Er wurde auf Anregung des Stadtrates gebaut und erst später an die Kirche abgetreten. Auch der Bau der neuen Pfarrkirche fand auf Anregung des Stadtrates statt, der in den nachfolgenden Zeiten mit dem Deutschritterorden um den Einfluss auf diese Kirche wetteifern sollte. Zunächst wurde ein langes und relativ hohes Presbyterium gebaut, dessen Gewicht durch mächtige Bögen unterstützt werden musste. Während der südliche von ihnen bis heute besteht, stürzte der nördliche später ein und beschädigte den Eckteil der Kirche. Erst gegen Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dann das Dreischiff vollendet, das an die älteren Türme anliegt. Auf Anregung des Deutschritterordens wurde gegen Ende des Jahrhunderts vor dem Westportal, das zur Kommende des Ordens ausgerichtet war, eine Vorhalle gebaut.

Innerhalb der Kirche wurde ein Lettner errichtet – eine Schranke, die das Ordenspresbyterium mit dem Hauptaltar der Jungfrau Maria von dem Hauptschiff abtrennte, in dem sich die Laien zu den Gottesdiensten versammelten. Der Lettner wurde jedoch nach einem Brand im Jahr 1461 abgerissen und sollte nicht mehr wiederhergestellt werden. Nach der Vollendung des Dreischiffs wurde das Interieur mit Altären gefüllt, an deren Herstellung sich oft die wohlhabenden Bürger von Opava finanziell beteiligten. An die nördliche Seite des Presbyteriums wurde die Sakristei und an das südliche Schiff die Kapelle des Stadtrates angebaut. An der südlichen Seite des Presbyteriums befand sich eine Kapelle, deren Bau von dem reichen Patrizier Rejnček finanziert wurde. Später wurde sie auf Anregung des Bürgers Nikolaus Dreymandel umgebaut und mit einem Tafelbild der Heiligsten Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1452 versehen. Dieses Bild ist bis heute erhalten geblieben. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ließ der Stadtrat an die Nordseite des Presbyteriums eine Vorhalle anbauen, die zugleich als Festeingang für die Mitglieder des Stadtrates diente. Aus derselben Zeit stammte auch der monumentale Hauptaltar, der damals einer der größten und schönsten Altäre in den böhmischen Ländern war. Der symbolische Abschluss der zweihundert Jahre dauernden Bauarbeiten fand nach dem Jahr 1540 statt, als der südliche Turm mit einer Gallerie und einem achteckigen Aufbau versehen wurde.

Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden im Innenraum der Kirche nach und nach Renaissancegemälde und Grabsteine mit den Figuren der Verstorbenen. Heute können einige dieser Grabsteine in der westlichen und südlichen Vorhalle besichtigt werden. Die Fensterlaibungen und geschmiedeten Fenstergitter in der alten Sakristei an der nördlichen Mauer des Presbyteriums, die aus der Zeit der Renaissance stammen, sind ebenfalls bis heute erhalten geblieben. Die Innenräume der Kirche konnten jedoch – im Unterschied zur Außengestalt – ihren mittelalterlichen Charakter nicht behalten, da sie während des großen Opava-Brandes im Jahr 1689 durch das einstürzende Dach zerstört worden waren. Die nötigen Umbauten des Interieurs wurden zunächst von den Baumeistern G. Hausrucker und J. Zeller durchgeführt, die das gotische Gewölbe durch ein barockes ersetzten. Weitere Umgestaltungen im Stil des Barock folgten nach dem nächsten Brand im Jahr 1758, als der Baumeister J. G. Werner das Interieur des Presbyteriums umgestaltete.

In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurde die Wiederherstellung der Kirche im klassizistischen Stil fortgesetzt. Das Dreischiff wurde umgestaltet und auf der nördlichen Seite um die halbkreisförmige Kapelle des heiligen Johannes Nepomuk erweitert. Das Bild des heiligen Johannes Nepomuk, das am Ende des 17. Jahrhunderts gemalt wurde und das sich heute in der Kapelle der heiligen Anna befindet, ist die älteste Abbildung dieses Heiligen auf dem Gebiet von Tschechisch-Schlesien. Im Presbyterium kann das Epitaph des Fürsten Karl I. von Liechtenstein besichtigt werden, das von dem Bildhauer J. G. Lehner aus Opava geschaffen wurde. Der heutige Hauptaltar ist ein Werk von Josef Lehner. Es handelt sich um einen Baldachinaltar mit sechs korinthischen Säulen, die eine Krone mit Kreuz tragen. Zum Altar gehören auch eine Darstellung der Himmelfahrt Mariens und die Statuen der heiligen Elisabeth und des heiligen Georg. Lehner schuf auch sechs weitere Altäre für die Seitenkapellen. Von der bis heute erhaltenen Ausstattung des Interieurs können ein Taufbecken aus Marmor, das mit einer Darstellung der Taufe Christi geschmückt ist und ebenfalls von Josef Schubert geschaffen wurde, sowie eine klassizistische Kanzel bewundert werden. Die Seitenschiffe sind mit den Bildern von F. I. Leicher ausgeschmückt und an den Wänden im Presbyterium kann ein Zyklus von neun Bildern aus dem Leben der Jungfrau Maria besichtigt werden, deren Maler Ignaz Raab war.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, als das Interesse an dem inzwischen zur Propsteikirche erhobenen Gotteshaus stark zunahm, wurde ein radikaler Umbau in dessen alte mittelalterliche Gestalt erwogen. Die Pläne des Architekten Georg von Hauberisser wurden schließlich wegen finanzieller Probleme und der ablehnenden Haltung der neuen Generation der Denkmalschützer fallen gelassen und im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts wurden nur kleinere Veränderungen realisiert. Ähnlich wie die meisten anderen Kirchen in Opava wurde auch die Propsteikirche Mariä Himmelfahrt am Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigt und während der nächsten Jahrzehnte schrittweise wiederhergestellt. Ein wichtiges Datum in der Geschichte der Kirche war das Jahr 1996, als sie im Zusammenhang mit der Entstehung des Bistums Ostrau-Troppau zur zweiten Bischofskirche – der sog. Konkathedrale – erhoben wurde. Seit 1995 ist die Konkathedrale in der Liste der nationalen Kulturdenkmäler eingetragen.

http://www.farnostopava.cz

Dreifaltigkeitskirche

 

Die Dreifaltigkeitskirche in der ehemaligen Vorstadt Jaktař wurde ähnlich wie die hundert Jahre ältere Katharinenkirche in Kateřinky außerhalb der mittelalterlichen Stadt Opava gebaut. Später wurde sie stark umgebaut und verlor ihren ursprünglichen spätmittelalterlichen Charakter.

Die Entstehung der Kirche geht in das Jahr 1463 zurück, als auf der Gemeindewiese in der Nähe des Mühlbachs entlang des Weges nach Głubczyce eine Stelle für den Bau einer neuen Filialkirche und eines ovalen, umzäunten Friedhofs bestimmt wurde. Die Bauarbeiten wurden relativ bald abgeschlossen, aber die Ausstattung und die Einweihung der Kirche verzögerten sich wegen der religiösen Kriege zwischen Georg von Podiebrad und Mathias Corvinus. Bereits auf das Jahr 1473 ist die Ausschmückung des Hauptaltars mit einem Tafelbild der Heiligsten Dreifaltigkeit datiert. Dieses wertvolle Bild ist bis heute erhalten geblieben und es wird vermutet, dass es von einem der lokalen Künstler geschaffen wurde. Die gefundenen silbernen und vergoldeten Devotionalien lassen die Verehrung erahnen, die dem Bild zuteil wurde. Die Kirche selbst ging 1481 an den Deutschritterorden über und wurde sieben Jahre später feierlich eingeweiht.

Die Kirche wurde als niedriges, einschiffiges Gotteshaus mit einem fünfeckigen Presbyterium und abgestuften Stützpfeilern konzipiert, das Presbyterium hatte wahrscheinlich ein Rippengewölbe. Neben der Kirche soll sich bis 1782 eine Einsiedelei befunden haben, die dann durch ein Kaplanhaus ersetzt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche teilweise umgebaut – 1732 wurde ein barocker Glockenturm errichtet und noch in diesem Jahrhundert wurde das Interieur mit zwei neuen Bildern ausgestattet. Das erste von ihnen stammt von Ignaz Raab und stellt den heiligen Urban dar, das zweite stammt von einem unbekannten Künstler und stellt die Immaculata dar. 1854 wurde die Kirche von Neuem umgestaltet, erhielt ein neues, mit Schiefer bedecktes Walmdach und einen Glockenturm im Stil des späten Empire, der auf einer achteckigen Holzkonstruktion ruhte. Um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, als in der Nachbarschaft ein Park angelegt und der Ort durch die Straßenbahn mit der Stadt verbunden wurde, wurden der Friedhof und das Kaplanhaus beseitigt. Zwischen 1905 und 1907 wurde unter der Leitung des Baumeisters Alois Geldner der alte Turm durch einen eckigen, gemauerten Turm ersetzt, der mit einem Oktogon und einem Helm mit offener Laterne abgeschlossen ist. 1997 wurde die Kirche durch Hochwasser stark beschädigt und danach wiederhergestellt.

Eine Vorstellung über die gewöhnlichen sowie außergewöhnlichen, mit der Geschichte der Kirche bis Mitte des 19. Jahrhunderts verbundenen Ereignisse kann man sich durch die Lektüre der Berichte von Erasmus Kreuzinger machen: Jeden Morgen sollen hier Gottesdienste gehalten worden sein und am Dreifaltigkeitssonntag ging von der Kirche eine Prozession aus. An den Feierlichkeiten sollen sogar Ausländer, vor allem aus dem preußischen Teil Schlesiens, teilgenommen haben. Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten wurde die Kirche 1856 von Erzherzog Maximilian besucht, dem Hochmeister des Deutschritterordens, unter dessen Verwaltung das Bauwerk bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bleiben sollte. Es kann noch hinzugefügt werden, dass 1683, als die Truppen des polnischen Königs Johann Sobieski über Opava nach Wien zogen, um die von den Türken belagerte Stadt zu entlasten, ein Teil dieser Truppen gerade in der Nähe der Dreifaltigkeitskirche ihr Lager aufschlug.

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Heiliggeistkirche

 

Die Heiliggeistkirche und das anliegende Kloster wurden von ihrer Entstehung an von den Minoriten genutzt. Dieser Franziskanerorden datiert den Beginn seiner Tätigkeit in Opava traditionsgemäß auf das Jahr 1234 oder 1238, aber die Anwesenheit der Minoriten in Opava ist erst seit 1250 belegt, als ihr Konvent von dem zuständigen Provinzkapitel in die böhmisch-polnische Provinz aufgenommen wurde. Der Stifter des Bauwerks, wahrscheinlich der mährische Markgraf und spätere böhmische König Přemysl Otakar II., trat an den Orden die Fläche zwischen dem Viehmarkt (Masaryk-Straße) und der Stadtmauer ab.

Nach 1250 wurde der Bau des Presbyteriums begonnen, wozu nur sehr bescheidene Informationen vorliegen. Das Presbyterium hatte vielleicht zwei rechteckige Felder und einen polygonalen Abschluss, war durch einen Spitztriumphbogen von dem zukünftigen Schiff abgetrennt und wurde vielleicht vor 1269 vollendet. An die südliche Seite des Presbyteriums wurde das gemauerte Gebäude des Konvents angebaut. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde das hohe, lange Schiff vollendet, dessen Mauerwerk im Kern bis heute erhalten geblieben ist. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden auf der nördlichen Seite Kloster und Kirche der Klarissinnen, des weiblichen Zweigs des Franziskanerordens, errichtet.

Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde mit Unterstützung des Troppauer Herzogs Nikolaus II. das alte Presbyterium abgerissen und durch einen neuen, über zwanzig Meter hohen, steinernen Chorraum ersetzt. Trotz des Verbots wurde an ihn ein mächtiger, eckiger Turm angebaut. Unter dem Presbyterium ließ Nikolaus II. die Familiengruft der Troppauer Přemysliden errichten, in der er 1365 bestatte wurde. Später wurden hier seine Frau Jutta, die Söhne Wenzel I. und Premko I. und – als letzter Troppauer Přemyslide – Premkos Sohn Ernst bestattet. In der Heiliggeistkirche ruhen auch der Troppauer Herzog und Glatzer Graf Viktorin, ein Sohn des böhmischen Königs Georg von Podiebrad, sowie mehrere regionale Adelige, wie z. B. der berühmte Feldherr aus der jagiellonischen Epoche Bernhard Birka von Nassiedel oder die Mitglieder der Familien von Würben und von Tworkau. Die Gruft unter dem Presbyterium wurde jedoch nach einem Brand im Jahr 1790 verschüttet.

Der Brand von Opava im Jahr 1431 beschädigte auch die Heiliggeistkirche und das anliegende Kloster, wobei die Dächer der beiden Gebäude die größten Schäden erlitten. Bei der Wiederherstellung der Kirche erhielt das Presbyterium ein neues Gewölbe und der Dachbinder wurde dermaßen erhöht, dass die Höhe des Dachs nun die Höhe des Schiffs deutlich übertraf. Unwiederbringlich beschädigt wurde dagegen die im Kloster aufbewahrte Landtafel. Gerade im Klostergebäude tagte nämlich vielleicht schon seit Beginn des 15. Jahrhunderts das Ständegericht. Die Wiederherstellung des Klosters war dermaßen gelungen, dass hier 1473 das Treffen des böhmischen Königs Vladislav II. mit dem polnischen Herrscher Kasimir IV. und dem ungarischen König Matthias Corvinus stattfinden konnte.

Die Verbreitung der Reformation im 16. Jahrhundert brachte der Kirche sowie dem Kloster zahlreiche Schwierigkeiten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche während des Gottesdienstes von den Lutheranern angegriffen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie zunächst von den Truppen des Jägerndorfer Herzogs Johann Georg und später von den Dänen ausgeplündert. Der Höhepunkt der Katastrophen war schließlich der große Brand von Opava im Jahr 1689. Die Wiederherstellung der Kirche im Stil des Barock wurde bereits sechs Jahre nach der Zerstörung begonnen und im 18. Jahrhundert fortgesetzt. Zunächst wurde die Höhe des Mauerwerks im Presbyterium reduziert und die Kirche erhielt ein neues Gewölbe und neue Fenster. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden auf den Seiten des Schiffs je drei Nischenkapellen gebaut und auch die zentrale Kapelle des heiligen Antonius und des heiligen Florian wurde errichtet. Dann wurde das Kirchengewölbe mit Fresken ausgeschmückt und 1731 wurde schließlich die Hauptfassade umgestaltet. Sie erhielt einen mehrstufigen, reich geformten Giebel, der mit zahlreichen Statuen geschmückt war. In der oberen Wandnische an der Hauptfassade ist eine der wertvollsten Plastiken in Opava zu sehen – die Statue der Jungfrau Maria Immaculata. In den Wandnischen der Vorhalle sind die Statuen von vier Märtyrern und Franziskus-Nachfolgern angebracht. Auf der Attika, in der Achse des Haupteingangs, befindet sich die Statue des heiligen Florian, die von den Statuen des heiligen Franziskus und des heiligen Antonius mit vier dekorativen, barocken Vasen ergänzt wird. Seitlich von dem Eingang sind die Statuen des heiligen Bonaventura und des heiligen Ludwig angebracht. In der linken Wandnische befindet sich die Statue des heiligen Johannes Nepomuk.

In den 1760er Jahren wurde die bereits erwähnte Vorhalle umgebaut und erhielt vorgesetzte Seitenflügel. Gegen Mitte dieses Jahrhunderts erhielt das Kloster zwei weitere Flügel und somit auch seine heutige Größe. Die Zeit der josephinischen Reformen, als die Kirchen und Klöster massenweise aufgehoben wurden, überstanden Kirche und Kloster unbeschadet, weil hier 1785 die zweite städtische Pfarrei errichtet worden war. Fünf Jahre später wurde jedoch die Kirche durch Feuer stark beschädigt. Bei der darauffolgenden Wiederherstellung wurde sie von dem Maler Ignaz Günther aus Opava neu ausgemalt. 1827 wurde auch der Turm der Kirche neu gestaltet – die zu Beginn des 17. Jahrhunderts umgebauten letzten Etagen erhielten nun einen neugotischen Aufbau mit Laterne und Turmuhr. Während der letzten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark beschädigt und brannte aus. Der Wiederaufbau wurde am Ende der 1950er Jahre mit der Wiederherstellung des Turms abgeschlossen. Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 und der Internierung der Mönche wurde das Klostergebäude von dem landwirtschaftlichen Archiv genutzt. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Großteil des Objekts den Minoriten zurückgegeben. Seit Kurzem befindet sich auch der letzte Teil des Objekts wieder im Besitz des Ordens.

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Hedwigskirche

 

Nach der 1891 erfolgten Aufhebung des städtischen Friedhofs zwischen der heutigen Hana-Kvapilová-Straße und der Bochenkova-Straße, der seine Funktion fast hundert Jahre lang erfüllte und an diese Stelle nach dem Verbot, die Verstorbenen innerhalb der Stadtmauern beizusetzen, von dem Gelände des heutigen Schlesischen Theaters übertragen worden war, wurde die Frage nach der weiteren Nutzung des frei gewordenen Geländes gestellt. Drei Jahre später äußerte der Konsistorialrat und Lehrer an der hiesigen Realschule Johann Eichler den Wunsch, an der Stelle des aufgehobenen Friedhofs eine einfache, gotische Kirche zu errichten und sie der heiligen Hedwig zu weihen. Er richtete eine Stiftung zum Bau und Betrieb der neuen Kirche ein und stiftete persönlich Wertpapiere im Wert von fünftausend Gulden. Der Bau sollte jedoch erst dreißig Jahre später in einer völlig anderen Situation realisiert werden.

Bereits während des Ersten Weltkriegs, in dem viele Soldaten aus Westschlesien gefallen waren, wurde beschlossen, die neue Kirche als Denkmal für diese Gefallenen zu konzipieren. 1927 schrieb das Komitee, in dem die bedeutenden Persönlichkeiten aus Opava vertreten waren, den Wettbewerb um das Projekt der neuen Kirche aus. Eine der Bedingungen war, dass der Architekt aus Schlesien stammen oder in Schlesien leben musste. Gewinner des Wettbewerbs wurde 1932 der in Krnov geborene Wiener Architekt und Mitbegründer der Wiener Secession Leopold Bauer, der schon früher in Opava bedeutende Bauwerke entworfen hatte: das Kaufhaus Breda & Weinstein sowie das Gebäude der Handels- und Gewerbekammer, das heute das Petr-Bezruč-Kulturhaus beherbergt. 1933 wurde der Grundstein gelegt und bis zum Jahresende wurde auch der Rohbau vollendet. Die Arbeit am Interieur und am Turm dauerte jedoch einige Jahre und die Kollaudation fand erst 1937 statt. Der Verzug bei der Vorbereitung und Realisierung des Baus werden auf die Probleme mit der Finanzierung zurückgeführt.

Der Grundriss der Kirche entspricht dem lateinischen Kreuz, die Balken werden durch Seitenkapellen gebildet. Der vierundfünfzig Meter hohe Turm ist mit einem Baldachin und einem Kreuz abgeschlossen und wird gemeinsam mit der Haupt- und Seitenfassade durch die Konstruktionspfeiler aus Eisenbeton rhythmisiert. Die Stirnseite trägt einen lateinischen, aus Beethovens „Missa solemnis“ entlehnten Text. Bauers „musikalische“ Architekturauffassung ist auch an der Farbgebung zu erkennen. Die Seitenkapelle zu Ehren der gefallenen schlesischen Soldaten ist symbolisch in Dunkelblau, Violett und Schwarz gehalten und diese Farben sollen auf Beethovens Trauermarsch hindeuten. Ein musikalisches Thema ist auch an dem metallischen Gitter zwischen dem Vorraum und dem Hauptschiff zu finden. Bauers Entwurf für dieses Gitter arbeitet mit kleinen Kreuzen und evoziert dadurch einen Soldatenfriedhof. Das Gitter wurde von dem Schmied Ludwig Blucha aus Opava hergestellt. Die Ausschmückung des Interieurs wurde ausschließlich lokalen Künstlern überlassen – einerseits um die lokale Dimension des Bauwerks hervorzuheben, andererseits um diese Künstler materiell zu versorgen. Mit der Gestaltung des Hauptaltars, der zehn Reliefs mit Szenen aus dem Leben der heiligen Hedwig zeigt, wurde die Bildhauerin Helene Scholz-Zelezny, die Tochter der Schriftstellerin Maria Stona, betraut. Das Triptychon über dem Hauptaltar wurde von Paul Gebauer gemalt. Es zeigt die Auferstehung Christi, die auf den beiden Seiten von den Figuren der zwölf Apostel begleitet wird. Den Bogen über dem Altar des Hauptschiffs, das im Unterschied zu den Seitenkapellen ein Tonnengewölbe hat, schmückte Gebauer mit dem Motiv der Heiligsten Dreifaltigkeit und der adorierenden Engel. In den Seitenkapellen sind eine Szene aus dem Leben der heiligen Hedwig und ein Fresko mit der Jungfrau Maria als Himmelskönigin zu sehen. Ein anderer lokaler Künstler, Adolf Zdrazila, schuf das heute nicht mehr bestehende Altarbild in einer der Seitenkapellen sowie die Fresken im Eingangsbereich.

Es war eine Ironie der Geschichte, dass die Kirche, die als Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs konzipiert war, kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs vollendet wurde. Statt den religiösen Zwecken zu dienen, wurde die Kirche zu einem militärischen Lagerraum umfunktioniert und ihr Turm wurde von der Luftwaffe als Beobachtungsturm genutzt. Das Kreuz auf dem Turm sollte den Krieg letztlich nicht überstehen und wurde bei einem Flugangriff abgeschossen. Nach dem Krieg wurde die Kirche zwar repariert, konnte aber ihrem Zweck immer noch nicht dienen. Sie wurde stattdessen als Lagerraum der Medizinischen Versorgung genutzt und in ihrem Inneren wurden zu diesem Zweck eine dreigeschossige Holzkonstruktion und ein Lift errichtet. Eine Änderung sollte in diese Entwicklung erst die Revolution von 1989 bringen, die eine Wiederherstellung der Kirche und ihre Adaption zur religiösen Nutzung ermöglichte. 1993 wurde die Kirche anlässlich des 750. Todesjahres der heiligen Hedwig in Anwesenheit des päpstlichen Nuntius eingeweiht. Der lange Weg des Denkmals endete 1999, als auf dem Turm eine Replik des ursprünglichen Kreuzes angebracht wurde.

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Johanniterkirche

 

Die Johanniterkirche im Smetana-Park an der Jánská-Straße erinnert heute nur noch entfernt an ihre spätmittelalterliche Herkunft. Ihre Geschichte ist mit dem Johanniterorden, auch Malteserorden genannt, fest verbunden. Dieser Ritterorden, der zu Beginn des 12. Jahrhunderts am Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem gegründet worden war, widmete sich der Pflege der Kranken und später auch dem Schutz der Pilger. Mitte des 12. Jahrhunderts kommen die „Ritter mit dem weißen Kreuz“ in die böhmischen Länder, und ein halbes Jahrhundert später ist ihre Anwesenheit in der polnischen Gemeinde Grobniki belegt. Von dort übertrugen sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts ihren Sitz in die nahegelegene Stadt Głubczyce. In den 1330er Jahren ließ der Troppauer Herzog Nikolaus II. am Mühlbach in der Ratibor-Vorstadt von Opava das Hospital und die Kapelle des heiligen Nikolaus errichten. Zwei Jahrzehnte später übertrug er sie gerade an die Johanniter aus Grobniki-Głubczyce. Drei Jahre danach erwarben die Johanniter auch die neugebaute Kirche Johannes des Täufers und Johannes des Evangelisten an dem südöstlichen Teil der Stadtmauer. Dann verloren die Johanniter vorübergehend die Gunst des neuen Landesherrn, des Nikolaus-Sohnes Johann I., sollten sie aber spätestens 1377 zurückgewinnen, als in Opava eine selbständige Kommende errichtet wurde, und zwar als private Stiftung auf Initiative des herrschenden Přemysliden-Geschlechts. Das Ordensgebäude befand sich wohl südlich oder südöstlich von der Kirche.

Die Kirche war dreischiffig, hallenartig, mit drei Feldern in jedem Schiff. Sie hatte ein schmales Presbyterium mit Gewölbe, Spitzbogenfenstern und Maßwerk aus Tuffit. Die Bruchstücke der Gewölberippen sind in der Barockmauer an der Kirche erhalten geblieben. Die Witwe des Stifters stattete die Kirche mit einem Herzogsaltar zu Ehren ihres Gemahls aus. Am Ende des Jahrhunderts, als die nahegelegene Herrscherburg gebaut wurde und die Stadtmauer in diesem Abschnitt verlegt werden musste, wurde die Kirche in das Areal der Stadt eingegliedert. Der Bau der Stadtmauer auf der südöstlichen Seite der Kirche erforderte schließlich den Umbau des Dreischiffs. An der Kirche wurde eine kleine Pforte errichtet und ein eckiger Turm wurde gebaut.

Weitere Umbauten sind mit der Wiederherstellung der Kirche nach dem Brand der Stadt im Jahr 1431 und dem darauffolgenden Anbau einer Sakristei auf der nördlichen Seite des Presbyteriums verbunden. Die lange Kapelle mit Rippengewölbe, das von Rippen aus Tuffit getragen wurde, hatte im Geschoss einen gemauerten, als Schatzkammer genutzten Raum, in dem man über eine Spindeltreppe in den bis heute erhaltenen äußeren Turm gelangte. Weitere Umbauten und Reparaturen erfolgten nach einem Brand im Jahr 1461. Nach dem darauffolgenden Brand, der 1689 Opava heimgesucht hatte, wurde die Kirche zu Beginn des 18. Jahrhunderts barock umgestaltet. Die gotischen Pfeiler im Dreischiff wurden ummauert, fast alle Fenster wurden umgestaltet, die Fassade wurde erneuert und hinter dem Giebel wurde ein neuer Turm gebaut, der den alten Dachreiter auf dem Dachfirst ersetzte. Zur gleichen Zeit wurde auf der Seite des Schiffs eine Kammer errichtet, in die der Gang aus der neuen Kommende mündete. Diese war um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden und befand sich nun westlich von der Kirche. 1713 wurde sie von Jordan Zeller im Stil des Barock vollendet. Bei der Befreiung von Opava im April 1945 wurde die Kommende jedoch stark beschädigt und schließlich abgerissen. Die Kirche wiederum wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrmals umgestaltet und erhielt z. B. eine neue, klassizistische Hauptfassade. Am Ende des Jahrhunderts wurde schließlich von dem Baumeister Julius Lundwall ein neuer Turm gebaut, der während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls beschädigt werden sollte. Die heutige Gestalt der Kirche ist das Ergebnis eines Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, der hölzerne Turm ist jedoch eine historisch unglaubwürdige Rekonstruktion.

Im Interieur der Kirche ist bis heute das steinerne Grabmal des Breslauer Weihbischofs Bernhard von Symbalon erhalten geblieben. Die Grabplatte mit der eingravierten Gestalt des Bischofs trägt am Rand eine spätgotische Inschrift aus der Zeit nach 1453. Sie wurde wahrscheinlich nicht in Opava hergestellt, sondern aus Neisse oder Breslau gebracht. Im Presbyterium sind außerdem die wertvollen, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Grabplatten der Ordenskomture Jiří Lesota von Stéblov und Georg Adelsbach von Domsdorf zu sehen. Eine andere Grabplatte wurde später als Türsturz in der Sakristei verwendet. In der Kirche befinden sich auch eine Statue des leidenden Christus aus dem 16. Jahrhundert und der Hauptaltar, der mit Goldornamenten und Bildern des Troppauer Malers Ignatz Günther geschmückt ist. Draußen kann man in einer Nische die Statue des heiligen Johannes Nepomuk sehen, die sich bis in die 1950er Jahre in der Nähe einer Brücke nach Kateřinky befunden hat. Das beschädigte Werk eines unbekannten Bildhauers aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts zeigt den Heiligen mit seinen klassischen Attributen – einem Birett auf dem Kopf und einem Kruzifix in der rechten Hand. Der Palmzweig in der linken Hand ist nicht erhalten.

 

Katharinenkirche

 

Ein unbewanderter Beobachter würde heute die Katharinenkirche kaum für eines der ältesten kirchlichen Bauwerke in Opava und der Umgebung halten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat ein Umbau die Gestalt der Kirche stark verändert, aber einige Elemente ihres gotischen Kerns sind bis heute erkennbar geblieben. Der Name der Patronin der Kirche, der heiligen Katharina von Alexandrien, spiegelt sich auch in dem Namen der hiesigen Gemeinde (Dorf Kathreyn) wider.

Die Existenz eines älteren sakralen Bauwerks an der Stelle der heutigen Katharinenkirche kann ohne archäologische Erforschung weder bestätigt noch widerlegt werden. Die erste Erwähnung der Kirche, von der auch die Zeit ihrer Vollendung abgeleitet wird, stammt aus dem Jahr 1369. Die Rede ist von einem Altarbild, das der heiligen Katharina geweiht ist und in einer gleichnamigen Kirche angebracht wird. Diese Angabe ist jedoch nicht sicher, da sie nicht mit diesem Ort zusammenhängen muss. Die erste sichere Nachricht aus dem Jahr 1417 lässt jedoch ahnen, dass die Kirche schon vor diesem Datum existiert und ihre Funktion erfüllt hat. Die architektonische Analyse bestätigt schließlich die Entstehung der Kirche in der Zeit zwischen den genannten Jahreszahlen und hält die 1360er oder 1370er für die wahrscheinlichste Entstehungszeit.

Die Kirche hatte ursprünglich ein rechteckiges Schiff und ein fünfeckiges Presbyterium mit der Sakristei auf der nördlichen Seite. Erhalten geblieben ist bis heute das äußere Mauerwerk mit dem südlichen Eingangsportal, jedoch ohne die westliche Seite des Schiffs. Im Presbyterium, das von dem Schiff durch einen Spitzbogen abgetrennt ist, können auch das ursprüngliche Kreuzrippengewölbe und das senkrecht eingelassene Sedile – ein Sitz für die bedeutenden Teilnehmer am Gottesdienst – besichtigt werden. Wie die Informationen über die Wiederherstellung der Kirche nach einem Brand im Jahr 1764 belegen, hat sich ihre mittelalterliche Gestalt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts nicht viel verändert. Nur die alte Decke des Schiffs wurde durch eine neue, flache Holzdecke ersetzt. Belegt ist auch die Existenz eines kleinen Holzturms. Einem Bericht von der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert kann entnommen werden, dass die Kirche mitsamt dem anliegenden Friedhof der Bevölkerung aus den Nachbardörfern von Opava gedient hat: Kateřinky, Malé Hoštice und Kylešovice. Bestattet wurde hier bis zur Inbetriebnahme eines neuen Friedhofs an der nahegelegenen Heilig-Kreuz-Kapelle, der sog. Schwedischen Kapelle, im Jahr 1869. Die Kirche wurde wahrscheinlich von einem Kaplan verwaltet, der der Pfarreikirche Mariä Himmelfahrt unterstellt war, und die Predigten fanden Mitte des 17. Jahrhunderts in zwei Sprachen statt: auf Deutsch und auf Tschechisch.

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde die Kirche mehrmals umgebaut, wobei vor allem der erste und größte Umbau von 1806 die Gestalt des Bauwerks stark veränderte. Die Westwand wurde abgerissen und die Kirche verlängert. Das Schiff erhielt ein Gewölbe und die Orgelempore wurde errichtet. Vor allem wurde aber in die Eingangsfassade ein eckiger Turm mit Zwiebelhaube und Laterne eingebaut. Heute ist die Kirche neu verputzt, an den Seiten befinden sich einstufige Stützpfeiler und die Hauptfassade ist mit Pilastern gegliedert und einem Hauptgesims abgeschlossen.

In der Kirche befinden sich 14 Bilder, die die Stationen des Kreuzwegs darstellen und 1761 von Jan Lukáš Kracker gemalt wurden. Der Zyklus wurde ursprünglich für die Franziskanerkirche der heiligen Barbara in der Ostrožná-Straße angefertigt, aber nach der Aufhebung der Kirche im Jahr 1796 nach Kateřinky überführt. Zufälligerweise starb im gleichen Jahr die Gräfin Maria Anna von Renard, eine Tochter des Freiherrn Sobek von Kornitz, deren Grabstele in die Außenmauer des Presbyteriums eingemauert wurde. An diesem stark beschädigten Grabmal aus Sandstein ist das Relief von zwei Wappen zu sehen – das Wappen ihres Gemahls sowie das Wappen der Familie Sobek, das von zwei Löwen gehalten wird und aus dem die Grafenkrone und ein Kreuz wachsen. Gleich daneben befindet sich die etwas jüngere, aber noch stärker beschädigte Grabplatte von Vincenc Matyáš Rudzinský, dem Inhaber eines Bauernhofs in Kateřinky. Im Kirchengarten ist schließlich die Statue des heiligen Florian angebracht. Die Skulptur des Beschützers vor Feuer- und Brandgefahr wurde 1923 von der Kreuzung der Ratibořská- und der Černá-Straße hierher gebracht. Das Werk eines unbekannten Bildhauers aus dem Jahr 1721 stellt den Heiligen als römischen Soldaten mit Lanze und Wasserkübel dar und gehört zu den bedeutenden Barockdenkmälern in Opava.

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Peter-und-Paul-Kirche

 

Die dominierende Anhöhe im heutigen Jaktař, bekannt auch unter dem Namen „Kirchenhügel“, ist eine bedeutende Lokalität in Opava, in der zahlreiche archäologische Funde aus der Urzeit gemacht wurden. Genannt seien z. B. die paläolithischen Feuersteinartefakte mit zwei Mammutmahlzähnen und Stücken von Mammutstoßzähnen, zahlreiche Siedlungsgruben mit Spuren von neolithischer Linearkeramik sowie Speer und Axt aus der Bronzezeit. In der Zwischenkriegszeit sollen in der Sandgrube bei der Kirche einige keltische Münzen gefunden worden sein, die heute jedoch verschollen sind. Nach der Ankunft der slawischen Bevölkerung dürfte der Hügel, an dem vorbei die Wege nach Bruntál und Krnov führen, als befestigte Slawenburg gedient haben, deren Existenz jedoch nicht bestätigt werden kann.

Das Dorf Jaktař war seit Beginn des 13. Jahrhunderts dem Bistum Olmütz unterstellt. Später gehörte es zu den sog. mährischen Enklaven in Schlesien, die zwar bis 1928 von den schlesischen Behörden verwaltet wurden, in denen aber mährische Gesetze galten. Auch die Steuern, die hier erhoben worden waren, wurden nach Mähren geschickt. Typisch für Jaktař war die Dominanz der tschechischen Bevölkerung. Nachdem hier 1858 eine tschechische Volksschule eröffnet worden war, wurde sie von den tschechischen Kindern aus Opava und den nahegelegenen Dörfern besucht. Die ablehnende Haltung des deutschen Stadtrates gegenüber den tschechischen Schulgründungen, die für Opava bestimmend war, galt in Jaktař nicht. Die tschechische Kultur, die sich während des 19. Jahrhunderts allmählich entwickelte, ist untrennbar verbunden mit den Aktivitäten der katholischen Priester. Und gerade die Pfarrei in Jaktař spielte in diesem Prozess eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zwischen 1817 und 1834 wirkte hier als Seelsorger der Schriftsteller Jan Alois Zábranský. Als Priester betätigte sich in Jaktař auch der Autor der volkskundlichen Arbeiten (genannt seien wenigstens die Bücher „Schlesische Hochzeit“ und „Unser Schlesien“) Jan Vyhlídal. Im zweiten (und letzten) Jahrzehnt der Ersten Tschechoslowakischen Republik hielt sich in Jaktař auch der bekannte Kaplan Alois Šebela auf, der früher in Kateřinky gewirkt hatte und später in Auschwitz ermordet werden sollte. Ihm zu Ehren heißt die Straße, die zur Kirche führt, Šebela-Straße. Bei der Aufzählung der Seelsorger, die mit der Kirche in Jaktař verbunden sind, sollte auch der kurzfristige Aufenthalt des später heiliggesprochenen Johannes Sarkander erwähnt werden.

Die Peter-und-Paul-Kirche gehört zu den ältesten Kirchen auf dem Gebiet des heutigen Opava-Katasters. Die Entstehung der Kirche wird spätestens auf 1246 datiert und die Bauarbeiten dürften zwischen 1241 und 1246 stattgefunden haben, also zwischen dem Einfall der Mongolen in Mähren und der ersten schriftlichen Erwähnung der Kirche. Das neue Bauwerk, das zu den befestigten mittelalterlichen Sakralbauten gezählt werden kann, sollte die Bedeutung der bischöflichen Besitzungen in der Umgebung symbolisieren. Dieser Zielsetzung entsprach auch die Größe der neuen Kirche. Sie hatte die Gestalt eines fast quadratischen Schiffs und eines tiefen Presbyteriums, deren gotisches Mauerwerk bis heute erhalten geblieben ist. Das Schiff hatte ursprünglich eine flache Decke, fünf massive Stützpfeiler und auf der südlichen Seite zwei Portale. Das Presbyterium besteht aus einem quadratischen Feld sowie einem fünfeckigen, geschlossenen Abschluss und hatte früher ein Kreuzgewölbe und ein Rippengewölbe. Es wird von außen mit drei Pfeilern gestützt und ist durch einen Triumphbogen, der später im Zusammenhang mit dem Bau des Gewölbes barock umgestaltet wurde, von dem Schiff abgetrennt. Das bis heute erhaltene Sedile (ein Sitzplatz für die bedeutenden Teilnehmer am Gottesdienst) und der gotische Tabernakel im Presbyterium stammen aus dem 14. Jahrhundert. Auf der nördlichen Seite liegt an dem Presbyterium die Sakristei mit einem massiven Rippengewölbe an. Die robusten Rippen in Form eines Pentaeders sind oben mit einem Schlussstein verbunden, der vier Lilien trägt. Diese weisen symbolisch auf die Attribute der Märtyrer sowie auf die innere Reinheit und Unbeflecktheit der Jungfrau Maria hin. Die für ein Dorf relativ große und moderne Kirche im frühgotischen Stil bezeugt die Verbreitung von neuen Ideen und Kunstströmungen im Troppauer Schlesien.

Zwischen 1760 und 1762 wurde die Peter-und-Paul-Kirche unter der Leitung des Baumeisters J. G. Werner barock umgestaltet. Das Schiff wurde verlängert und ein neuer Turm mit abgerundeten Ecken, zwei Pilastern, zwei Voluten und einem Helm mit offener Laterne wurde gebaut. Was die Ausschmückung des Interieurs betrifft, müssen die Plastik Ecce Homo aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, die den sitzenden Christus mit gestütztem Kopf darstellt, sowie das Altarbild, das die heiligen Peter und Paul in Fesseln darstellt und wahrscheinlich von dem Wiener Maler Felix Ivo Leicher gemalt wurde, erwähnt werden. Die Kirche ist von einem ummauerten Friedhof umgeben, auf dessen Gelände sich ein marmornes Kreuz mit dem Leib Christi aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts befindet.

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St.-Wenzel-Kirche

 

Eines der ältesten Kirchengebäude in Opava, gebaut ursprünglich in der Nähe des nördlichen Abschnitts der alten Stadtmauer. Heute befindet sich dieses zweitgrößte Kirchenobjekt in Opava zwischen der Pekařská-, Mnišská- und Solná-Straße. Die bewegte Geschichte der Kirche war oft mit den tragischen Ereignissen in der Stadt verbunden und ist bis heute erkennbar.

Nach einer Hypothese wurde die Stelle, an der sich heute die Kirche befindet, bereits tief in der Vergangenheit sakral genutzt. Die Entstehung der Kirche und des anliegenden Klosters kann jedoch erst auf 1291 datiert werden, als der Troppauer Herzog Nikolaus I., ein außerehelicher Sohn des böhmischen Königs Přemysl Otakar II., den Dominikanern eine Urkunde zur Gründung dieser Bauwerke ausstellte. Die Bauarbeiten an der gotischen Kirche aus Bruchstein dauerten mehrere Jahrzehnte und wurden erst unter Nikolaus II. abgeschlossen. Auf seinen Wunsch wurde die Kirche, die dem heiligen Wenzel geweiht ist, 1336 von dem Olmützer Bischof eingeweiht. Die Kirche hatte damals die Gestalt einer dreischiffigen Basilika, deren Raum durch acht in zwei Reihen angeordnete Pfeiler gegliedert war. Im langen und hohen Presbyterium mit einem fünfeckigen Abschluss und zwei Seitenkapellen sind einige der ursprünglichen Elemente bis heute erhalten geblieben. Neben dem Fenstermaßwerk in Form eines Kreises mit Fünfblatt und den drei romanischen Fenstern im äußeren Mauerwerk der südlichen St.-Dominik-Kapelle, die später eigenmauert wurden, sind es vor allem die wertvollen Fresken. Die erhalten gebliebenen gotischen Wandmalereien stellen zwei Legendenzyklen über Johannes den Täufer und den heiligen Stephan sowie das einmalige, mit der Inschrift „Nicolaus pictor“ versehene Abbild des Malers selbst dar.

Während des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche mehrmals durch Feuer beschädigt und neue Dachbinder mussten angeschafft werden. Zugleich wurde die Sakristei auf der nördlichen Seite des Presbyteriums in die Heilig-Kreuz-Kapelle, bekannt auch als Mährische Kapelle, umgewandelt. Hier fanden die Predigten in tschechischer Sprache statt. 1556 wurde die Kirche erneut durch Feuer beschädigt und kurz nach dem Abschluss des mehr als zwanzigjährigen Wiederaufbaus von den Lutheranern ausgeplündert. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde die St.-Dominik-Kapelle im Stil der Renaissance umgestaltet und durch eine Wand in die Sakristei und die Mošovský-Kapelle geteilt (das Geschlecht der Mošovskýs hatte in der Kirche ihre Familiengruft). Kurz danach wurde vor der nordwestlichen Fassade ein eckiger Glockenturm mit Renaissance-Attika errichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden Kirche und Kloster von den Truppen des Jägerndorfer Herzogs Johann Georg ausgeplündert und in einen Pferdestall umgewandelt. Die Situation wiederholte sich nur einige Jahre später, als die dänischen Truppen in Opava einmarschierten. Bei der Rückeroberung der Stadt durch Albrecht von Wallenstein wurden Kirche und Kloster von einem Brand heimgesucht, der die Dächer zerstörte und den Glockenturm beschädigte. Die Reihe der Katastrophen, die das Objekt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts heimsuchten, wurde durch den Brand von 1651 fortgesetzt. Der große Brand, der 1689 Opava zerstörte, ließ aber Kirche und Kloster unberührt, so dass ihre barocke Umgestaltung fortgesetzt werden konnte. Der Höhepunkt dieser Umgestaltung war der radikale Umbau beider Bauwerke im Stil des Barock, der nach 1732 stattfand.

Bei diesem Umbau wurde vor allem das alte gotische Gewölbe im Schiff und Presbyterium durch ein neues Tonnengewölbe ersetzt und die Zwischenschiffsarkaden erhielten halbrunde Bögen. Hauptschiff und Presbyterium wurden mit Fresken ausgeschmückt, die Szenen aus dem Leben des heiligen Wenzel darstellten und von dem Breslauer Maler I. Depée und dessen Helfer F. K. Sambach gemalt wurden. Depée schmückte die Seitenwände des Schiffes mit Szenen aus dem Leben des heiligen Dominik und der Geschichte der Dominikaner aus und M. Schwegel ergänzte die Wandmalereien mit ornamentalem Dekor. Der neue Hauptaltar und einige Seitenaltäre wurden von dem Bildhauer J. J. Lehner geschaffen. Gerade die Altäre erlitten jedoch neben dem Dach und den Dachbindern die größten Schäden, als 1758 während der preußischen Besetzung der Stadt ein Feuer ausbrach. Der darauffolgende Wiederaufbau stellte in der Geschichte der Kirche nur noch den Epilog dar.

Nach dem letzten Gottesdienst im Jahr 1786 wurden Kirche und Kloster aufgehoben, die Kirche wurde in einen militärischen Lagerraum umfunktioniert und in ihrem Inneren wurde zu diesem Zweck eine dreigeschossige Holzkonstruktion errichtet. Im darauffolgenden Jahrhundert wurden einige Teile der Kirche, z. B. der Glockenturm oder die Loreto-Kapelle vom Ende des 17. Jahrhunderts, die sich an der Westfassade befand, liquidiert. Das Eingangsportal wurde durch ein breites Tor für die Einfahrt der Fahrzeuge ersetzt. Später wurde der polygonale Abschluss des Presbyteriums durch eine gerade Wand ersetzt. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verließ das Militär die Kirche. Die begonnenen Sanierungsarbeiten wurden jedoch durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Die Kirche wurde wieder dem Militär übergeben und so blieb es auch in der Zwischenkriegszeit. Während der deutschen Besetzung wurde die Kirche von der Wehrmacht genutzt. Die Bemühungen des Vereins „Jednota pro obnovu kostela sv. Václava“ (Verein zur Wiederherstellung der St.-Wenzel-Kirche) wurden nach dem Zweiten Weltkrieg durch den kommunistischen Putsch zunichte gemacht und die ehemalige Kirche diente nun als Lagerraum für die Kulissen des Schlesischen Theaters und später für die Waren eines Kaufhauses. Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des Klostergebäudes und dessen Umfunktionierung zum Haus der Künste wurde am Ende der 1960er Jahre auch die Rekonstruktion der Kirche begonnen, die als Ausstellungsraum oder Konzertsaal genutzt werden sollte. Die schrittweise durchgeführte Sanierung des Objekts wurde 1999–2001 mit der Wiederherstellung der Fassaden und fünf Jahre später mit einer gründlichen Konservierung des Kircheninnenraumes abgeschlossen. So ist die Kirche heute ein Ort für verschiedene Kultur- und Gesellschaftsveranstaltungen sowie ein Zeuge einer reichen Geschichte voller Verwandlungen und Veränderungen. Der Betrieb der Kirche wird heute von der Kulturorganisation Opava gewährleistet.

www.oko-opava.cz

St.-Adalbert-Kirche

 

Die barocke St.-Adalbert-Kirche, die heute auf der Ostseite des Niederrings steht, ersetzte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine ältere gotische Kirche, die sich an derselben Stelle befunden hatte. Die St.-Adalbert-Kirche wird zwar erst 1429 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich schon vor 1350 im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Niederrings als eine Filialkirche der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt entstanden und hat dem Deutschritterorden gehört. Die Informationen über das Aussehen und die Innenausstattung der alten Kirche sind bescheiden. Besser dokumentiert ist das Schicksal der Kirche während der Reformation im 16. Jahrhundert, als sie immer häufiger als St.-Georg-Kirche bezeichnet wurde. In der Kirche, die für die tschechische Bevölkerung von Opava vorgesehen war, wirkte bereits 1532 ein lutherischer Geistlicher. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche infolge der Gegenreformation zwar geschlossen, aber die Protestanten erzwangen ihre Wiedereröffnung. Obwohl die Positionen der Protestanten nach der Niederschlagung der Rebellion in Opava im Jahr 1607 vorübergehend geschwächt waren, wurde ihnen zwei Jahre später die Kirche nach dem Erlass des Majestätsbriefs Rudolfs II. und der Einführung der Religionsfreiheit zurückgegeben.

Die Protestanten sollten sich über ihre neugewonnene Freiheit nicht lange freuen. Nach dem Ende der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges und der Niederschlagung des böhmischen Ständeaufstands im Jahr 1620 wurden auch in Opava auf Initiative des Troppauer Herzogs Karl I. von Liechtenstein Rekatholisierungsmaßnahmen getroffen. Die protestantischen Geistlichen wurden ausgewiesen und die Jesuiten wurden in die Stadt eingeladen. Gerade ihnen wurde auch die St.-Georg-Kirche übergeben. Einige Zeit später wurde um sie herum das Jesuitenkolleg mit Gymnasium gebaut. 1655 übergab der Großmeister des Deutschritterordens die St.-Georg-Kirche endgültig an die Jesuiten und 22 Jahre später bestätigte der neue Hochmeister diese Übergabe noch einmal. Daraufhin ließen die Jesuiten, geführt von dem Kollegrektor Tobias Gebler, die alte gotische Kirche abtragen und errichteten an ihrer Stelle zwischen 1675 und 1681 eine neue Barockkirche sowie ein neues Klostergebäude.

Kirche und Kloster wurden von den italienischstämmigen Brüdern Niccollo und Jacopo Brascha gebaut, die wahrscheinlich auch die endgültige architektonische Gestalt der Gebäude entworfen hatten. Der Neubau orientiert sich an der römischen Kirche Il Gesú, hat ein Schiff mit drei Paaren von durchgängigen Seitenkapellen und endet mit einem rechteckigen Presbyterium. Daran schließen sich auf der Nordseite der Turm und auf der Südseite die Sakristei an. Die Hauptfassade hat die Form eines abgestuften Risalits und ist durch Gesimse und Pilaster mit korinthischen Kapitellen, die bis zum dreieckigen Giebel reichen, gegliedert. Das Portal mit abgestuften Säulen trägt im Tympanon die Initialen des jesuitischen Mottos „Ad Maiorem Dei Gloriam“ (Zur größeren Ehre Gottes) und darüber befindet sich das Relief mit der Abbildung der drei Jesuiten, die in Japan den Märtyrertod erlitten haben. Im zweiten Geschoss befindet sich über dem Fenster das Wappen der Liechtensteiner, die den Jesuitenorden und ihre Kirche förderten. In den sechs Nischen der Hauptfassade befinden sich die Barockstatuen bedeutender jesuitischer Heiliger, z. B. des Ordensgründers Ignatius von Loyola mit einem Buch in der Hand. Aus der Bauzeit der neuen Kirche stammte auch die erste Pestsäule, die sich vor der Hauptfassade auf dem Niederring befand. Wegen Beschädigungen wurde sie fünfzig Jahre später demontiert und 1869 durch eine neue Pestsäule ersetzt, die einige Elemente der alten Pestsäule übernahm. Auf einem dreieckigen Sockel befindet sich die Statue der Jungfrau Maria Immaculata, die auf dem Halbmond und der von einer Schlange, dem Symbol der Erbsünde, umwundenen Weltkugel steht.

Das Innere der Kirche wurde zwischen 1725 und 1750 neu gestaltet. An der Ausschmückung beteiligte sich der Maler F. G. I. Eckstein, der an der Decke des Schiffs Szenen aus der Legende über den heiligen Georg malte. Der Einschlag einer Fliegerbombe am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte unwiederbringlich den Großteil der Wandmalereien. Nur die Fresken in den Seitenkapellen sind erhalten geblieben. Das Ende des Zweiten Weltkriegs hat auch der imposante, zweigeschossige, dem heiligen Georg geweihte Hauptaltar, an dem sich zudem ein Bild des heiligen Adalbert befand, nicht überstanden. Dieser Hauptaltar war ebenso wie die anderen Altäre, Statuen und die Kanzel ein Werk des Bildhauers J. G. Lehner.

In der Nachkriegszeit wurde die beschädigte Kirche wiederaufgebaut und mit Bildern zeitgenössischer schlesischer Künstler ausgeschmückt. In den 1960er Jahren wurde in die Kirche ein neuer Hauptaltar aus dem Kapuzinerkloster in Fulnek überführt, dessen Gemälde von dem Maler F. I. Leicher geschaffen worden waren. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche, die ununterbrochen ihre liturgische Funktion erfüllt und seit 1945 St.-Adalbert-Kirche genannt wird, durch die Generalsanierung im Jahr 1995, als die größtmögliche Annäherung an das ursprüngliche Aussehen angestrebt wurde.

http://www.farnostopava.cz

Freilichtmuseum in Malé Hoštice

 

Im Herbst 2014 wurde in dem Stadtteil Malé Hoštice ein kleines Freilichtmuseum eröffnet. Es handelt sich um ein anderthalb Jahrhunderte altes Bauernhaus im Zentrum der Gemeinde, das Leben und Arbeit der Dorfbewohner in vergangenen Zeiten vorstellen soll. Zu besichtigen gibt es einige historisch möblierte Räume sowie Werkzeug und Sachen, die an die alten, in Malé Hoštice betriebenen Handwerke erinnern.

http://malehostice.opava-city.cz/cs

Marianum

 

Zwei Jahre nach der Gründung der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe in Wien (1868) kamen die Schwester dieser Ordensgemeinschaft nach Opava, um hier für mittellose Mädchen und Waisen zu sorgen. In Opava entstand so die erste Niederlassung der Kongregation in den böhmischen Ländern. Die Schwestern bewohnten zunächst ein Haus auf dem heutigen Fischmarkt. Dieses wurde 1887 umgebaut und umfasste die Klausur, das Marianische Institut, eine Volksschule und eine Kapelle. Es reichte aber für die Aktivitäten der Kongregation schon bald nicht mehr aus. Das Gebäude sollte später zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Nach dem Krieg gehörte es dem Schlesischen Theater und viele Einwohner von Opava können sich noch gut an den Theaterklub erinnern, der hier einst untergebracht war.

Einen neuen Zufluchtsort fanden die Schwestern auf dem Gilschwitzer Hügel, an der Stelle der heutigen Roosevelt-Straße, wo auf den fürstlichen Wiesen und Feldern nach und nach ein ganzes Neubauviertel entstand. Unter der Äbtissin Stanislava Fuss wurde hier zwischen 1907 und 1909 nach den Plänen der Architekten Alois Geldner und Adalbert Bartl ein großes, Marianum genanntes Kloster errichtet. Dieses war in zwei Teile gegliedert – im ersten Teil befand sich ein Altersheim, der zweite Teil diente den jungen Frauen, die in der Stadt Arbeit suchten, als Unterkunft. Ferner befanden sich hier ein Waisenhaus und ein Mädcheninternat, das später in eine Hausfrauenschule umfunktioniert wurde. Der Erste Weltkrieg legte die Aktivitäten des Klosters lahm und die Klostergebäude dienten u. a. als Lazarett, in dem während des Krieges ungefähr zehntausend Soldaten behandelt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Schwestern auch die Pflege geisteskranker Kinder übernahmen, fanden die Klostergebäude eine neue Nutzungsmöglichkeit. Während der deutschen Besetzung und des Zweiten Weltkriegs arbeitete das Kloster weiter, sein Alltagsbetrieb wurde aber stark behindert, vor allem in der Zeit der Flugangriffe. Von den Veränderungen in der Nachkriegszeit war der Auszug des Altersheims in den 1960er Jahren besonders wichtig. Dadurch wurden die Kapazitäten für die Pflege geisteskranker Kinder frei und das Marianum wurde zur damals größten Sozialpflegeanstalt in den böhmischen Ländern.

Das Kloster besteht aus zwei symmetrischen, selbständigen, dreigeschossigen Gebäuden, die durch eine zentral gelegene, pseudoromanische Kapelle verbunden sind. Die Hauptfassade mit Bossenwerk im Erdgeschoss und Halbrundfries am Hauptgesims ist durch ein flaches Risalit gegliedert, dessen Abschluss ein dreieckiger Giebel mit den Figuren des heiligen Joseph (rechts) und der Madonna mit Jesuskind (links) bildet. Die Statuen sind ein Werk des Bildhauers Adolf Köhler aus Opava. Die dreischiffige Herz-Jesu-Kapelle ist mit einer Kuppel abgeschlossen, die sich auf einem zylindrischen Tambour befindet. Die Hauptfassade der Kapelle ist mit einem Rosettenfenster geschmückt, über dem sich eine Christusstatue mit Heiligenschein und offenen Armen befindet. Das Hauptschiff mit zwei Seitenkapellen ist mit einer halbkreisförmigen Apsis abgeschlossen. Die Arkaden zwischen dem Hauptschiff und den Nebenschiffen tragen Emporen. Alle Schiffe haben eine Kassettendecke. Die ursprünglich weiß getünchte Kapelle wurde zwischen 1923 und 1930 mit Fresken im Beuroner Stil ausgeschmückt, deren Maler der Benediktinermönch Antonín Vrbík war. Der Beuroner Stil orientiert sich an der byzantinischen Kunst und kombiniert goldene Flächen und Figurendarstellungen mit typischen Farben und strenger Linearität. Die Ausnahmestellung der Kapelle und vor allem deren Wandmalereien besteht nicht nur im guten Erhaltungszustand, sondern auch in der relativen Einmaligkeit solcher Ausschmückung in den böhmischen Ländern.

Haus von Matice opavská

 

Das Gebäude des ehemaligen Bürgervereins Matice opavská befindet sich auf dem Fischmarkt und teilweise in der Matiční-Straße, die nach diesem Verein benannt wurde. Das Haus, das früher dem Gutsbesitzer Ludwig Wöllersdorf gehört hatte, wurde 1880 von Matice opavská gekauft. In den folgenden Jahren spielte dieser Verein eine wichtige Rolle im Leben der tschechischen Bevölkerung in Opava.

Die Geschichte von Matice opavská geht in das Jahr 1877 zurück, als der Pädagoge und Historiker Vincenc Prasek, der katholische Priester Antonín Gruda, der Journalist Jan Zacpal, der Arzt Jan Kolofík und andere tschechische Patrioten den genannten Verein als eine Koordinierungsstelle für die lokalen tschechisch-patriotischen Aktivitäten gründeten. Mitglieder und Förderer des Vereins waren bedeutende Persönlichkeiten wie z. B. die Politiker F. L. Rieger, Eduard Grégr, T. G. Masaryk und Josef Kaizl, der Schriftsteller Jan Neruda, der Maler und Autor des Bürgervereinsemblems Mikoláš Aleš, der Botaniker Ladislav Josef Čelakovský (Sohn des Schriftstellers František Ladislav Čelakovský), der Geograf Jan Palacký (Sohn des Historikers František Palacký), der Ethnograf Čeněk Zíbrt u. a. Zu den ersten Erfolgen von Matice opavská, die von Ústřední matice školská in Prag unterstützt wurde, gehört die Gründung des tschechischen Privatgymnasiums in Opava (1883), mit dessen Leitung Vincenc Prasek beauftragt wurde. Seit 1892 gab der Verein das Periodikum Věstník Matice opavské heraus. Diese ursprünglich aufklärerische Zeitschrift nahm in der Zwischenkriegszeit an Wissenschaftlichkeit zu und in seiner Tradition steht bis heute das 1948 gegründete Periodikum Slezský sborník. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Museum von Matice opavská und der Verein betrieb die eigene, unter dem Namen Slezská Grafie bekannte Druckerei.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Matice opavská vorübergehend aufgelöst. Nach dem Kriegsende wurde der Verein zwar kurzfristig erneuert, aber nach Februar 1948 wieder aufgelöst und sein Eigentum wurde dem Schlesischen Forschungsinstitut übergeben. 1968 wurde Matice opavská erneuert und funktionierte bis 1972 (nach der Zusammenlegung mit Slezská matice osvěty lidové jedoch unter dem neuen Namen Matice slezská). Dann wurde der Verein zum dritten Mal gewaltsam aufgelöst. Im Dezember 1989 fand seine letzte Erneuerung statt und ein Jahr später wurde ihm sein ehemaliges Gebäude zurückgegeben. Matice slezská ist bis heute seiner ursprünglichen Aufgabe treu, hält die kulturellen, historischen und wirtschaftlichen Werte aufrecht, gibt das Periodikum Vlastivědné listy Slezska a severní Moravy heraus und betreibt den eigenen Buchverlag.

Matice opavská war auf verschiedene Art und Weise an dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben der tschechischen Bevölkerung in Opava beteiligt. In dem Gebäude auf dem Fischmarkt waren nicht nur das Büro, die Bibliothek und das Museum von Matice opavská, sondern auch andere tschechische Vereine untergebracht. Von diesen insgesamt 21 Vereinen können wenigstens folgende genannt werden: Řemeslnicka jednota, Sokol, Divadelní ochotnická jednota, Beseda und Křížkovského pěvecký spolek. Im Erdgeschoss des Gebäudes betrieb Matice opavská die eigene Gaststätte, in deren Saal die ersten tschechischen Theatervorstellungen gegeben wurden.

Matice opavská war zunächst in einem vor 1841 gebauten Eckhaus auf dem Fischmarkt untergebracht. 1894 wurde das Nachbargebäude hinzugekauft, das vier Jahre später unter der Leitung von Josef Hruschka um zwei neue, zur heutigen Matiční-Straße gerichtete Trakte erweitert werden sollte. Die übrigen zwei Gebäude, die heute zum Komplex des Hauses von Matice opavská gehören, wurden 1869 von dem Ar

chitekten Eduard Labitzky gebaut, aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in das Haus von Matice opavská integriert. Zwischen 1948 und 1989, als das Haus Staatseigentum war, diente es als Schulküche und Schulhort, Kunstvolksschule, Filiale des Tschechoslowakischen Rundfunks Ostrava und Archiv einer Baufirma. Obwohl das Gebäude nach 1989 dem erneuerten Matice opavská zurückgegeben wurde, wird es heute als Schulküche und Sitz einer Anwaltskanzlei genutzt. In den alten gewölbten Kellerräumen ist das Restaurant Matiční restaurace untergebracht. Die Räumlichkeiten des Vereins befanden sich bei der Rückgabe in einem schlechten technischen Zustand. Der gesamte Gebäudekomplex wurde folglich erst 1995 nach einer Generalsanierung wiedereröffnet. Zwischen 2008 und 2009 erhielt das Haus von Matice opavská seine historische Fassade zurück.

http://www.maticeslezská-opava.cz

Stromrichteranlage

 

Eines der interessantesten technischen Denkmäler in Opava ist die Stromrichteranlage auf dem Fischmarkt hinter dem ehemaligen Marianischen Institut. Das Objekt ist seit 1990 in der Liste der staatlich geschützten Denkmäler eingetragen und stellt in der Tschechischen Republik ein Unikat dar.

Die Stromlieferungen für den örtlichen Nahverkehr waren seit 1905 dringend notwendig, da in diesem Jahr die erste Straßenbahn in Betrieb genommen wurde und sich mit einer Geschwindigkeit von 12 Kilometern pro Stunde auf den Weg vom Oberring zum späteren Kinotheater Alhambra in Kateřinky begab. Diese Linie, die später über die Krnovská-Straße bis zum Stadtpark verlängert werden sollte, wurde durch eine zweite Linie ergänzt, die vom Ostbahnhof über die Jánská-, Ostrožná- und Olomoucká-Straße zum Krankenhaus führte und später bis zur Nervenheilanstalt verlängert werden sollte. Beide Strecken hatten eine Spurweite von einem Meter und wurden anfangs von acht Straßenbahnen befahren. 1912 wurde schließlich eine dritte Strecke eröffnet, die am Theatergebäude am Oberring begann und über die Ostrožná- und Otická-Straße bis zum städtischen Friedhof führte. 1948 wurde die erste Linie bis zur Schwedischen Kapelle verlängert und an ihrem anderen Ende wurde ein neuer Abschnitt gebaut, der von der Kreuzung der Krnovská- und Jaselská-Straße weiter nach Jaktař führte. Hier, an der Stelle des heutigen Restaurants „Na točně“, endete die Linie. Seit den 1950er Jahren wurde der Straßenbahnverkehr wegen des schlechten technischen Zustands der Strecken schrittweise eingestellt. Die Straßenbahnen wurden durch Oberleitungsbusse ersetzt, die sich 1952 zum ersten Mal auf den Weg machten und später zu einem der Symbole des Nahverkehrs in Opava wurden. Die letzte Straßenbahnfahrt fand dann vier Jahre später statt. Eine Erinnerung an den Straßenbahnverkehr in Opava sind heute die Gleisstücke, die in das Pflaster der Hrnčířská-Straße und des Niederrings eingebaut wurden.

An der ersten Wagenhalle auf der Krnovská-Straße wurde zwischen 1903 und 1904 das industrielle Gebäude des städtischen Dampfkraftwerks errichtet, das Wechselstrom in Gleichstrom umwandelte. Durch den Ausbau des städtischen Nahverkehrsnetzes wurde es notwendig, die Stromrichteranlage in die Nähe des Stadtzentrums zu verlegen. 1929 wurde nach dem Entwurf von Erich Geldner ein einfaches funktionalistisches Gebäude aus Eisenbeton und Ziegeln gebaut und mit Brisolit verputzt. Die ursprüngliche Ausstattung, bestehend aus Transformatoren, Quecksilberdampfgleichrichtern und Schnellschaltern, die 1905 von der Berliner Firma AEG hergestellt worden waren, wurde von der Krnovská-Straße überführt und kann zusammen mit vielen im Originalzustand erhaltenen Bau- und Betriebselementen der Anlage bis heute bewundert werden.

Das Prinzip der Stromrichteranlage beruhte auf der Zuführung des Stroms von 22 kV an die Sammelschienen und an den Hauptschalter auf dem Transformator. Aus ihm wurden die Glaskolben der Quecksilberdampfgleichrichter mit jeweils sechs Anoden, Nadelzündung und Verteiler gespeist, die in zwei Reihen zu je vier Stück angeordnet waren. Die Gleichstromspannung 600 V ging dann weiter in die einzelnen Abschnitte, wie es auch durch die erhaltenen Schilder mit den konkreten Straßennamen belegt wird.

Die Stromrichteranlage funktionierte ununterbrochen bis 1985, als sie durch zwei neue Anlagen ersetzt wurde – die erste Anlage befand sich in der Čajkovský-Straße, die zweite Anlage in der Kylešovská-Straße. Bis dahin funktionierte die alte Anlage ohne größere Probleme. Seit fast dreißig Jahren ist aber ihr Gebäude dem Verfall preisgegeben und die Antwort auf die Frage, ob es auch für die Zukunft erhalten bleibt, lässt auf sich warten.

www.tic.opava-city.cz

Stadtbad

 

Sieger im Wettbewerb um den Bau des Stadtbades wurde der Architekt Otto Reichner aus Opava. Das Stadtbad, dessen Gebäude heute in der Liste der bedeutenden funktionalistischen Denkmäler eingetragen ist, wurde 1931 in der angenehmen Umgebung des Stadtparks errichtet. Die Figuren des Wassermanns und der Frösche, geschaffen von dem Bildhauer Josef Obeth, verleihen dem Kinderplanschbecken eine märchenhafte Atmosphäre. Das Areal wurde saniert und modernisiert, ohne dass die ursprüngliche Gestalt beschädigt worden wäre.

www.koupalisteopava.cz

Städtisches Petr-Bezruč-Kulturhaus

 

Die Handels- und Gewerbekammer entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, um die Händler und Gewerbetreibenden in Schlesien zu unterstützen. 1906 wurde beschlossen, ein neues, repräsentatives Gebäude zu bauen, das den Aktivitäten der Handels- und Gewerbekammer dienen sollte. Das Gebäude sollte auf dem sog. Glacis gebaut werden, einer von der Wiener Ringstraße inspirierten und für den Bau von Häusern und öffentlichen Gebäuden vorbehaltenen Straße, und zwar nach dem Konzept des ehemaligen Stadtarchitekten Eduard Labitzky.

An dem öffentlichen Wettbewerb für den Entwurf des neuen Gebäudes nahmen Wiener Architekten wie Oskar Czep, Siegfried Kramer, Rudolf Sowa oder Arnold Karplus teil. Gewinner des Wettbewerbs wurde schließlich der in Krnov geborene Leopold Bauer mit seinem Entwurf des Palastes Emma. Der in Wien tätige Bauer, ein Schüler von Carl Hasenauer und Otto Wagner, der in Opava auch das Kaufhaus Breda & Weinstein und die Hedwigskirche entwerfen sollte, entwarf neben dem Gebäude selbst auch die anliegende Parkanlage und das Interieur einschließlich der einzelnen Einrichtungen wie Leuchten, Ziergitter und Beschläge. Der elegante, neoklassizistische Bau wurde dann zwischen 1908 und 1910 von der Baufirma Alois Geldner gebaut. Das Gebäude der Handels- und Gewerbekammer in Opava war damals eines der modernsten und zweckmäßigsten Kammergebäude in der ganzen Monarchie.

Das 33 x 33 Meter große Bauwerk bestand aus zwei Flügeln unterschiedlicher Höhe mit einem Grundriss in T-Form und einem Mansardendach. Die klassizistische, palastartige Vorderfront des Gebäudes, die mit vier toskanischen Säulen und drei hohen Fenstern versehen ist, wird durch vier überlebensgroße männliche Figuren verziert, die die Handwerke symbolisieren. Die Figuren sind ein Werk des Bildhauers Josef Obeth, der auch die sechszehn Sandsteinreliefs an der Fassade geschaffen hat. Diese zeigen Kinderfiguren als Allegorien schlesischer Städte, wobei die Tafeln mit den Namen der Städte, die sich ursprünglich unter den Reliefs befunden hatten, während des Zweiten Weltkriegs entfernt wurden. Die metallische Ummantelung der Eingangstür, die von dem angesehenen Wiener Bildhauer und Designer Gustav Gurschner hergestellt wurde, ist ebenfalls mit zahlreichen Reliefs geschmückt. Die oberen drei Teile in den Fenstern an der Vorderfront sind mit Glasmalereien nach dem Entwurf von Adolf Zdrazila verziert, die von der Firma Richard Schlein aus Hrádek hergestellt wurden. Sie zeigen neun Frauenfiguren, die die einzelnen, für Schlesien typischen Handwerke symbolisieren.

Zentrum des dreigeschossigen Bauwerks ist die lichtdurchflutete Halle mit einem dreiarmigen Treppenhaus, von dem aus alle anliegenden Räume erreicht werden können. Die reiche Stuckausschmückung der Halle ist ein Werk von Adolf Kohler. Die Schlosser- und Schmiedearbeiten wurden von Franz Pohl und Ludvík Blucha aus Opava gemacht. Außerdem beteiligte sich die Steinmetzfirma Kubitschek & Binder an der Ausschmückung und die Kronleuchter wurden von der Firma Melzer & Neuhardt aus Wien hergestellt.

Die Handels- und Gewerbekammer saß im Gebäude bis zu ihrer Auflösung 1949. Danach wurde das Objekt verstaatlicht und funktionierte als Petr-Bezruč-Kulturhaus. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde das Gebäude etappenweise saniert und restauriert. Im Erdgeschoss befinden sich heute außer den Amtsräumen die zentrale Stadtbibliothek und der öffentliche Lesesaal, im oberen Geschoss befinden sich ein repräsentativer Salon und der Vorraum zum Orgelsaal. Dieser wird heute außer zu Konzert- und Kulturveranstaltungen vor allem zu Hochzeitszeremonien genutzt.

www.kpbo.cz

Städtischer Friedhof

 

Der zentrale Teil des städtischen Friedhofs liegt vom Zentrum der Stadt relativ weit entfernt. Der Friedhof wurde nach den Plänen des Stadtarchitekten Eduard Labitzky errichtet und dient der Bevölkerung von Opava seit 1891. In der Vergangenheit wurden die Einwohner der Stadt in der Nähe der bedeutenden Kirchen begraben (Heilig-Geist-Kirche, St.-Adalbert-Kirche, die nicht mehr bestehende St.-Linhard-Kirche in der heutigen Hradecká-Straße). Der größte und wichtigste Friedhof befand sich an der Propsteikirche Mariä Himmelfahrt, und zwar an der Stelle, an der heute das Gebäude des Schlesischen Theaters steht. Begräbnisse fanden außerdem auf den Vorstadtfriedhöfen an der Katharinenkirche und an der Dreifaltigkeitskirche statt. Diese Praxis wurde erst 1789 durch einen Erlass Kaiser Josephs II. verändert, der die Beerdigung der Verstorbenen innerhalb der Stadtmauern untersagt hatte. Daher wurde der größte Friedhof von der Propsteikirche nach Jaktař verlegt und befand sich für die nächsten ungefähr hundert Jahre, also bis zur Eröffnung des städtischen Friedhofs in der heutigen Otická-Straße, an der Stelle der späteren Hedwigskirche, zwischen der heutigen Hana-Kvapilová-Straße und der Bochenkova-Straße.

Das neue Friedhofsareal in der Otická-Straße wurde zwischen 1890 und 1891 unter Aufsicht des städtischen Bauamtes und des Hauptingenieurs Emil Lubich von Milovan sowie unter Beteiligung der örtlichen Baufirmen (vor allem Kern und Blum) errichtet. Der Friedhof sollte ursprünglich in drei selbstständige Abschnitte gegliedert werden: der linke für Protestanten, der rechte für Juden (hier stand auch die Trauerhalle) und der zentrale für Katholiken (gleich hinter dem Haupttor). Das Friedhofsareal wurde durch ein Netz von Wegen in regelmäßige Felder und einen ovalen Platz in der Mitte gegliedert. Vor dem monumentalen Haupteingang befinden sich zwei gegenüberliegende, fast baugleiche Gebäude im Stil der Neorenaissance (Sichtmauerwerk). Hinter dem Tor befinden sich zwei gegenüberliegende Gebäude mit einem einfachen Säulengang. In der Mitte des Friedhofs steht dann eine viertelkreisförmige Neorenaissance-Kolonnade mit toskanischen Säulen, in der die bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt bestattet sind. Ihre Grabstätte haben hier z. B. Emil Rochowanski, Bürgermeister von Opava um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, und Jindřich Janotta, ein Zuckerfabrikant und Politiker. Letztlich wurde nur ein Teil der Kolonnade gebaut. An der Stelle für den zweiten Teil wurde das Grab des schlesischen Dichters Petr Bezruč errichtet. Der Entwurf geht auf den Architekten František Novák zurück und wurde 1965 von dem Bildhauer Vladimír Navrátil realisiert.

Die Gräber weiterer prominenter Persönlichkeiten sind über das gesamte Friedhofsareal verstreut. Es handelt sich oft um aufwendige Grabmale, wie z. B. im Fall des Präsidenten der Handels- und Gewerbekammer Carl Dorasil. Von den anderen prominenten Persönlichkeiten, die auf dem städtischen Friedhof bestattet sind, sollten wenigstens noch der Arzt Jan Kolofík, der Botaniker Emanuel Urban, der Architekt Adalbert Bartl, der Bürgermeister Walter Kudlich und der österreichische Feldmarschall Eduard von Böhm-Ermolli genannt werden. Erwähnenswert ist auch das Mausoleum der Familie Grauer, gestaltet wie eine gotische Kapelle aus Marmor und versehen mit Glasmalereien von Józef Mehoffer, oder das Grabmal des Arztes Kalus, geschmückt mit einem Relief, das den Arzt bei der Behandlung eines Kindes darstellt und von der Bildhauerin Jaroslava Lukešová geschaffen wurde.

Von dem älteren Friedhof wurde das heute nicht mehr existierende Denkmal für die Gefallenen des Deutschen Krieges von 1866 überführt. Das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, das von dem Bildhauer Josef Obeth symbolisch in Gestalt eines in die Erde gestoßenen Schwertes geschaffen wurde, kann dagegen im hinteren Teil des Areals immer noch besichtigt werden. Auf dem Friedhof sind auch dreitausend Rotarmisten bestattet, deren Denkmal die Platten mit den Namen der Gefallenen trägt. Ähnlich sind hier auch die Gefallenen der Wehrmacht bestattet. Im vorderen Teil liegen dann die deutschen Deserteure begraben.

Der Friedhof wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrmals erweitert, in den 1980er Jahren wurde das Feld für das Verstreuen der Asche errichtet. 2007 wurde an der Stelle des ehemaligen evangelischen Abschnitts eine neue Trauerhalle gebaut und in den darauffolgenden Jahren wurde der Friedhof neu hergerichtet. Die Wege wurden befestigt und das Grün erneuert.

www.tsopava.cz

Müller-Haus

 

Das 1726 gebaute Haus war ursprünglich ein Bestandteil des inzwischen abgetragenen Schlosses der Liechtensteiner und diente dem Schlossverwalter als Dienstwohnung. Das frei stehende, eingeschossige Gebäude hat ein Walmdach mit Dachgauben sowie eine Fassade mit Stuckfensterzargen. Heute wird das Haus von dem Schlesischen Landesmuseum genutzt.

www.szm.cz

Gemeindehaus

 

Die Geschichte des Gebäudes, von dem das obere Ende der Ostrožná-Straße dominiert wird und das heute unter dem Namen „Gemeindehaus“ bekannt ist, beginnt 1911, als die örtliche Filiale der Österreichisch-ungarischen Bank, die bis dahin in der heutigen Masarykova-Straße gesessen hatte, das ehemalige Haus des Bankiers Konrad Krappe kaufte. An der Stelle dieses Hauses wurde dann der neue Sitz der Bank gebaut.

Der Entwurf des neuen Bankgebäudes geht auf den Wiener Architekten Rudolf Eisler zurück, der von der Wiener Zentrale der Österreichisch-ungarischen Bank engagiert wurde. Der Neubau sollte sich in das urbanistische Konzept des ehemaligen Stadtingenieurs Eduard Labitzky fügen, der nach dem Vorbild der Wiener Ringstraße eine ringförmig um das Stadtzentrum führende Straße entworfen hatte. Das neue Bankgebäude sollte in die Reihe von öffentlichen Gebäuden und Schulen eingefügt werden, die sich zwischen der Sparkasse und dem Sitz der Handels- und Gewerbekammer befanden. Zugleich sollte sich die Bank an der Veränderung der Konzeption der Ostrožná-Straße beteiligen, aber dieser Plan sollte letztlich nicht realisiert werden. Der Neubau hatte auch einen hohen symbolischen Wert und sollte, ähnlich wie die anderen öffentlichen Gebäude, den repräsentativen Charakter der schlesischen Landeshauptstadt hervorheben. Mit der Realisierung des Bauvorhabens wurde die Firma Alois Geldner beauftragt und die Bauarbeiten dauerten von 1914 bis 1918, wobei sie durch die Kriegsereignisse verkompliziert wurden.

Der Architekt Rudolf Eisler – ein treuer Schüler Friedrich Ohmanns, der ihn an der Wiener Akademie unterrichtet hatte – entwarf das Bankgebäude im Stil des Neobarock, ließ sich aber auch vom Neoklassizismus, der Wagner-Moderne und dem Neobiedermeier beeinflussen. Das Gebäude hat drei Geschosse mit zwei senkrechten Quertrakten und einem kleinen Innenhof auf der Nordseite. Die dreiachsige Vorderfassade ist zur Ostrožná-Straße gerichtet und durch den Eingangsrisalit mit zwei ionischen Säulen gegliedert. Weitere vier Säulen befinden sich auf der Südseite des Gebäudes und unterstützen ein gewaltiges Gesims zwischen dem zweiten und dritten Geschoss. Über der geschnitzten Eingangstür, die von stilisierten Löwenfiguren flankiert wird, befindet sich ein Balkon mit den Statuen von einem unbekannten Bildhauer, die den Handelsgott Mercurius und die Fruchtbarkeitsgöttin Ceres darstellen und von zwei Kinderfiguren begleitet werden. Eine zweite allegorische Darstellung der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres, die sich früher im Stadtpark befunden hat, steht heute vor dem Haupteingang ins Gebäude. Das Erdgeschoss des Gebäudes, das über die Treppe von der Eingangshalle erreicht werden konnte, wurde als Wohnraum genutzt. Über das zentrale Treppenhaus mit einem rechteckigen Treppenauge gelangte man ins erste Geschoss, das als öffentlicher Raum der Bank genutzt wurde. Das zweite Geschoss diente dem Vorsitzenden der Bank als Wohnung.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt und musste dringend saniert werden. Der historische Wert des Objekts wurde in den 1960er und 1980er Jahren durch unsensible Baueingriffe vermindert. Seit den 1960er Jahren diente das Gebäude der Tschechoslowakischen Staatsbank, seit 1990 wurde es von der Commerzbank genutzt. Eine neue Funktion erhielt das Objekt nach 2005, nachdem es von der Stadt Opava gekauft worden war, um für kulturelle Zwecke genutzt zu werden. Zwischen 2008 und 2009 wurde das Gebäude rekonstruiert, wobei der Fokus auf der Wiederherstellung der ursprünglichen Gestalt lag. Die Fassade wurde mitsamt den Schmuckelementen wiederhergestellt, das Blechdach wurde durch ein Ziegeldach aus gebrannten glasierten Ziegeln ersetzt und die Umgebung des Gebäudes wurde neu gestaltet. In Übereinstimmung mit den Forderungen des Denkmalschutzes wurde auch das Interieur saniert, wobei der Fokus auf der Aufrechterhaltung des Treppenhauses und der alten Bankhalle lag. Das Gebäude dient heute als Sitz der Kulturorganisation Opava. Im Souterrain ist der Musikklub „Klub Art“ untergebracht, im ersten Geschoss befinden sich der für gesellschaftliche Veranstaltungen genutzte Bürgermeistersaal und ein Kaffeehaus, im zweiten Geschoss ist die ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt Opava untergebracht und im dritten Geschoss befinden sich ein nach dem Bürgermeister Schössler benannter Salon und eine Ausstellungsgalerie.

www.oko-opava.cz

 

Parkanlagen im Stadtzentrum

 

Durch die Beseitigung der veralteten, für die urbanistische Entwicklung hinderlichen Stadtbefestigung, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach abgetragen wurde, sowie durch das Verschütten der Schanzengräben wurden ausgedehnte, ringförmig um das Stadtzentrum verlaufende Flächen freigelegt. Johann Joseph Schössler, der Bürgermeister von Opava, setzte durch, dass diese Flächen nicht bebaut wurden. Stattdessen wurden an der Stelle der abgetragenen Bauwerke, zunächst zwischen dem Jaktar- und dem Ratibor-Tor, streifförmige Parkanlagenangelegt, die damals Kioske genannt wurden.

In West-Ost-Richtung, zwischen dem Gebäude der Sparkasse und dem Gebäude des heutigen Gemeindehauses, erstreckt sich der Dvořák-Park, der bis zu Ende des Zweiten Weltkriegs den Namen des Gründers des ersten Krankenhauses in Opava Leopold Heiderich trug. Zunächst wurde an dieser Stelle 1856 eine Allee gepflanzt, die sich zwischen den oberen Teilen der heutigen Ostrožná- und Matiční-Straße erstreckte. Am Ende der 1860er Jahre wurde die Promenade in Richtung Čapek-Straße verlängert. Von der bis heute erhaltenen Ausschmückung des Parks kann man z. B. den meteorologischen Kasten von 1913 bewundern, der sich gegenüber der heutigen Mittelschule für Gesundheits- und Krankenpflege befindet. Er war ursprünglich auf dem heutigen Platz der Republik anlässlich des 65. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. eingeweiht worden, wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg in den Park übertragen. Der im Jugendstil gehaltene Kasten enthält ein Thermometer und ein Barometer, seine Kuppel ist mit Laubrelief verziert und trägt oben die Figur eines Frosches. Anlässlich des hundertsten Geburtstages des in Opava geborenen Dichters Petr Bezruč wurde 1967 im Dvořák-Park das Denkmal des schlesischen Dichters Petr Bezruč eingeweiht. Es handelt sich um ein gemeinsames Werk des Architekten Jan Benetka und des Ehepaares Vladimír Kyn, von dem die sieben Granitblöcke mit den Zitaten aus der Gedichtsammlung „Schlesische Lieder“ stammen, und Jaroslava Lukešová, die die Bronzestatue des sitzenden Dichters geschaffen hat. Bis 1945 hat sich im Park auch ein Denkmal des Gründervaters der deutschen Turnvereine Ludwig Jahn befunden.

Auf dem Gelände zwischen dem heutigen Gemeindehaus und dem Vogelberg befindet sich der Park der Freiheit. Ursprünglich befand sich hier seit 1834 der sog. Tempel – ein Denkmal des Bürgermeisters Schössler in Form eines antiken Tempels, das kurz nach Schösslers Tod errichtet worden war. Der Tempel wurde später durch ein Denkmal Josephs II. ersetzt, das 1890 anlässlich des hundertsten Todestages des Kaisers eingeweiht worden war. Auch der Park trug damals den Namen des Kaisers. 1922 wurde die Statue Josephs II. durch die Figur Friedrich Schillers ersetzt. Seit Ende der 1950er Jahre befindet sich hier ein Brunnen mit der Sandsteinstatue des Wiedergeborenen Opava von Vincenc Havel. Die weibliche Allegorie ist zur Masarykova-Straße ausgerichtet und zu ihren Füßen befindet sich das Wappen der Stadt.

Der Vogelberg, der sich an der Grenze zwischen dem Park der Freiheit und dem Křížkovský-Park befindet, ist das einzige Überbleibsel der alten Befestigungsanlagen. Die sog. Lüttermann-Schanze, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet worden war, sollte ursprünglich geschleift werden. Am Ende wurde sie aber um die Hälfte gesenkt und in den Park integriert. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf ihrem Gipfel ein Musikpavillon errichtet. Seinen Spitznamen erhielt dieser Ort aufgrund des Vogelfangs im 19. Jahrhundert und der Anwesenheit der Vogelkäfige, die sich hier bis in die 1990er Jahre befanden. 2007 wurden hier drei stilisierte Vogelstatuen mit beweglichen Köpfen und leuchtenden Augen angebracht, die der in Hradec nad Moravicí geborene Bildhauer Kurt Gebauer geschaffen hatte.

Der Křížkovský-Park, der auf der Ostseite des Vogelbergs beginnt, wurde nach dem in Holasovice geborenen Komponisten Pavel Křížkovský benannt. Sein Bronzeporträt von der Bildhauerin Jaroslava Lukešová ist in den Hang des Vogelbergs integriert und befindet sich gleich neben der Treppe auf den Gipfel des Vogelbergs. Ursprünglich befand sich an diesem Ort die Statue des Komponisten E. S. Engelsberg, dessen Namen der Park trug. Auf der Seite der ehemaligen Lüttermann-Schanze wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein Alpinum angelegt, das mit dem kürzlich erneuerten Bronzemedaillon des Botanikers Emanuel Urban geschmückt ist. Es handelte sich um eine Imitation der Alpenlandschaft, gebildet aus Kalksteinblöcken und alpentypischen Pflanzen. 1964 wurde eine Gedenktafel hinzugefügt, die außer an Professor Urban an seinen tschechischen Kollegen Tomáš Svěrák erinnert.

Die ringförmigen, um das Stadtzentrum verlaufenden Parkanlagen werden von dem Smetana-Park abgeschlossen, der sich zwischen der Johanniterkirche und dem Schlesischen Landesmuseum erstreckt. Die Gestaltung des Parks, in dem sich ursprünglich ein Denkmal Friedrich Schillers befand, wurde 1876 abgeschlossen. In den 1920er Jahren wurde dieses Denkmal durch die Büste des Komponisten Bedřich Smetana, geschaffen von dem Bildhauer Otakar Spaniel, ersetzt. Im Areal des Parks hat sich in der Nähe der Johanniterkirche auch ein Rest der alten Stadtmauer mit einem gotischen Portal erhalten.

Rathaus (Hláska)

 

Das wohl bekannteste Symbol der Stadt Opava ist das Rathausgebäude mit seinem typischen Turm, heute als Hláska bekannt, das den Oberring dominiert. Die Geschichte dieses Mittelpunktes der Stadt ist relativ kompliziert und spiegelt sich geradezu in der komplizierten, nicht immer verständlichen Namensgebung des Rathausgebäudes sowie des Turmes wider. In Vergangenheit schwankte der Name zwischen den deutschen Wörtern „Turm“, „Stadtturm“ oder „Stadthausturm“ und den tschechischen Wörtern „Hláska“, „městská věž“ oder „hodinářská věž“. Das ganze Gebäude wurde mit dem deutschen Wort „Schmetterhaus“ bezeichnet, für das es in der tschechischen Namensgebung kein Äquivalent gibt.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts trat der Stadtrat seinen südlichen, an der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gelegenen Turm der Kirche ab. Nach den verfügbaren Quellen sollte danach ein neuer Turm gebaut werden, und zwar an der Stelle des vielleicht schon vorhandenen Schmetterhauses (anscheinend ein rechteckiges, eingeschossiges Gebäude, das den Handelsaktivitäten, vor allem der Einlagerung der durch die Stadt transportierten Ware diente). Später sollte über den Geschäftsräumen im Erdgeschoss das Rathausgebäude errichtet werden. Der Turm selbst diente vor allem der Verkündung verschiedener Ereignisse wie Eröffnung der Märkte oder Feuergefahr. Unterhalb des Turmes befand sich eine Kontrollwaage für das Überprüfen des Warengewichts. Zu grundlegenden Veränderungen kam es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Während der Turm, der durch einen Sturmwind zerstört worden war, fünfzig Jahre auf den Wiederaufbau warten musste, wurde das Schmetterhaus, das 1561 durch Feuer beschädigt worden war, wahrscheinlich umgebaut. Der Stadtrat kaufte 1580 ein Haus auf der Südseite des Oberrings (an der Stelle des heutigen Kaufhauses Slezanka) und saß hier bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, als der gesamte Gebäudekomplex zerstört wurde.

Auf den Umbau des alten Schmetterhauses folgte 1614–1618 der Bau eines neuen Turms mit Uhren, der im Stil der Renaissance von dem Baumeister Christoph Prochhuber realisiert wurde. Das nunmehr zweigeschossige Schmetterhaus hatte wahrscheinlich einen rechteckigen Grundriss und war mit einer Attika abgeschlossen. Der Turm erhob sich entweder über der Vorderfront oder war dem Gebäude vorgesetzt. Das Gebäude beherbergte Kaufmanns- und Bäckerläden, das erste Geschoss wurde seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Theatervorstellungen genutzt. 1803 wurde vor dem Schmetterhaus das städtische Wachhaus errichtet und das Gebäude wurde neu adaptiert. Das erste Geschoss diente bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Wohnraum, danach wurden einige Wohnungen durch die Büros der Bau- und Wirtschaftsbehörden bzw. durch die Wohnung des Gerichtsdieners und einen kleinen Kerker ersetzt. Später waren in diesem Geschoss Eichamt, Militärkanzlei, Handels- und Gewerbekammer und das Museum der Kammer untergebracht. Im Erdgeschoss wurde das Wachhaus durch Geschäftshäuser ersetzt. Am Ende des Jahrhunderts waren hier nach dem Auszug der Handels- und Gewerbekammer und deren Museums verschiedene Behörden untergebracht.

Der Wunsch des Stadtrates, ein neues, repräsentatives Gebäude bauen zu lassen, das den im Stil der Renaissance gebauten Turm entsprechend ergänzen würde, führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Ausschreibung eines Wettbewerbs um den Neubau des Schmetterhauses. Gewinner des Wettbewerbs, an dem insgesamt 82 Projekte teilgenommen hatten, wurde Rudolf Srnetz. 1902 wurde das alte Gebäude demoliert und während des darauffolgenden Jahres durch ein neues Gebäude im historisierenden Renaissancestil ersetzt. Das dreigeschossige Gebäude, das aus drei zueinander senkrechten Zweitrakt-Flügeln besteht, wird in den Ecken durch Erkertürme gefestigt. Die Hauptfassade mit gekuppelten Fenstern und zwei seitlich angebrachten Balkons ist mit Reliefs geschmückt – dem Wappen der Stadt, das von zwei Löwen gehalten wird, zwei Wappen mit Helmkleinoden, die sich über dem Eingang befinden, zwei Adlern neben dem Eingang sowie zwei Löwen und zwei Greifen in den Ecken. Die Attika ist mit Löwen und Porträtmedaillons geschmückt. Der eckige Turm, der seine Gestalt aus Beginn des 17. Jahrhunderts bewahrt hat, ist mit einem achteckigen Aufbau mit Wandelgang und einem dreigeschossigen Zwiebelhelm mit zwei Laternen abgeschlossen. Das Interieur wurde auf der Nordseite des halbzylindrischen Treppenrisalits als Kaffeehaus Niedermeyer genutzt, auf der Südseite befand sich eine Bankfiliale. Das erste Geschoss wurde als Wohnraum genutzt, das zweite Geschoss beherbergte das Stadtmuseum.

Das Gebäude sollte in folgenden Jahrzehnten nur wenig verändert werden. Während der deutschen Besetzung wurde zwar ein Projekt zur Neugestaltung des Interieurs ausgearbeitet, aber nicht realisiert. Die Befreiung von Opava überlebte Hláska im Unterschied zu den Nachbargebäuden ohne größere Schäden am Turm und Außenmauerwerk. Nur das Dach auf der Nordseite und einige Zimmer wurden beschädigt. Schwere Schäden wurden dagegen den Innenräumen, vor allem dem Kaffeehaus Niedermeyer zugefügt. Nach 1948 war das Gebäude Sitz des Lokalen Nationalausschusses. Die in den folgenden Jahrzehnten durchgeführten Sanierungsarbeiten waren nur begrenzt und veränderten weder die äußere Gestalt des Gebäudes noch das relativ fade wirkende Interieur. Eine Generalsanierung, die die ursprüngliche Gestalt des Gebäudes von 1902 respektierte, fand erst 2006 statt. Sie bezog die Exterieur- sowie die Dekorationselemente ein und gab Hláska das repräsentative Aussehen zurück. Heute dient das Gebäude als repräsentativer Sitz des Magistrats der Stadt Opava.

www.tic.opava-city.cz

Rektoratsgebäude der Schlesischen Universität

 

Das Gebäude mit Empirefassade, das 1914 nach den Plänen Alfred von Stutterheims gebaut worden war, diente fast 90 Jahre lang als Militärkommandantur, Kasino und Militärklub. 2001-2003 fand ein Umbau zum Rektorat der Schlesischen Universität Opava statt.

www.slu.cz

Schlesisches Theater

 

1804 wurde auf dem Oberring, an der Stelle eines kurz zuvor aufgehobenen Friedhofs, der Grundstein des ersten Theatergebäudes in Opava gelegt. Die regionale Theatertradition geht jedoch bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Jesuiten in ihrem Kolleg anlässlich wichtiger Ereignisse öffentliche Theatervorstellungen gaben. Eine stadteigene Bühne, auf der die wandernden Schauspieltruppen auftraten, entstand Mitte des 18. Jahrhunderts im ersten Geschoss des Schmetterhauses (heute Hláska). Das zunehmende Interesse an Theatervorstellungen führte schließlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach der Übertragung des städtischen Wachhauses von der Fläche des ehemaligen Friedhofs vor das Schmetterhaus, zum Bau eines echten Theatergebäudes.

1804–1805 wurde auf dem Oberring nach den Plänen des Architekten Josef Dewez ein klassizistisches Theatergebäude errichtet. Die architektonische Schlichtheit des Bauwerks wurde durch die Eleganz des Interieurs aufgewogen, dessen Gestalter der Dekorateur des Wiener Theaters Lorenzo Sacchetti war. Am 1. Oktober 1805 wurde das Theater mit der Aufführung des Dramas „Karl der Kühne“ eröffnet. In den 1840er Jahren wurde das Theatergebäude mehrmals rekonstruiert, aber die technischen Unzulänglichkeiten des Theaters wurden trotzdem immer offensichtlicher – die Kapazität des Zuschauerraums war begrenzt, die Beheizung des Gebäudes problematisch und die Sicherheit des Theaterbetriebs ungenügend. Während die Pläne des Wiener Architekten Eduard Kuschee aus den 1850er Jahren noch nicht realisiert worden waren und das Theatergebäude nur partiell modernisiert worden war, beschloss man nach den tragischen Theaterbränden in Nice und Wien 1881 den Bau eines neuen Theatergebäudes. Mit der Aufgabe wurde der städtische Bauingenieur Eduard Labitzky betraut, der das Theater ursprünglich an einer anderen Stelle hatte bauen wollen.

Das alte Theatergebäude wurde größtenteils demoliert und 1882–1883 wurde ein neues Gebäude im Stil der Neorenaissance gebaut. Labitzkys harmonisches Bauwerk, das von den Baufirmen Josef und Hubert Kmentt, Ferdinand Zdralka und Sigmund Kulka realisiert wurde, hatte vorne einen dreiachsigen Eingangsrisalit, einen Balkon im ersten Geschoss und einen Giebel mit Uhren, der sich leicht über dem Dach erhob. Die nördliche Seitenfassade war mit allegorischen Figuren geschmückt. Im Foyer befanden sich die Porträtmedaillons mit bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen Kultur (Goethe, Grillparzer, Schiller, von Weber, Beethoven, Mozart, Wagner), deren Autor der Bildhauer Julius Kellner aus Opava war. Die Decke des Zuschauerraums wurde von dem örtlichen Maler Rudolf Templer mit allegorischen Malereien ausgeschmückt.

Nachdem der Zuschauerraum 1909 durch Feuer beschädigt worden war, gestaltete der Wiener Theaterarchitekt Ferdinand Fellner das Interieur neu. Das Innere des Gebäudes wurde nach einem neuen Konzept gestaltet und die ursprüngliche Neorenaissance wurde durch das Neobarock in Kombination mit dem Jugendstil und dem Klassizismus Ludwigs XVI. ersetzt. In Übereinstimmung mit diesem neuen Stil wurde von Ferdinand Mosler auch die Ausstattung des Interieurs gestaltet. In der Zwischenkriegszeit wurde das Theatergebäude nur wenig verändert, der Theaterbetrieb erfuhr jedoch eine grundlegende Veränderung. Das ursprünglich deutsche Stadttheater musste sich an die veränderten Kräfteverhältnisse in der neu entstandenen Tschechoslowakei anpassen und verpflichtete sich, an bestimmten Tagen seine Räumlichkeiten dem tschechischen Theaterbetrieb zur Verfügung zu stellen. Diese Entwicklung wurde 1938 durch die deutsche Besetzung des Grenzgebietes unterbrochen. U. a. wurde damals erwogen, ein neues Theatergebäude zu bauen.

Ein neues Kapitel in der Geschichte des Theaters begann nach der Befreiung 1945. Das Theatergebäude hatte die letzten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs bis auf die Fassade ohne größere Schäden überstanden und das Theater konnte bereits im Oktober 1945 unter dem Namen Schlesisches Nationaltheater feierlich wiedereröffnet werden. Schon damals arbeiteten hier drei Ensembles – Schauspiel, Oper und Operette. Eine auffällige, durch den veränderten Zeitgeschmack bedingte Umgestaltung erlebte das Exterieur. Die historisierende, „deutsche“ Fassade galt nicht mehr als zeitgemäß und wurde 1948 im Stil des sozialistischen Realismus umgestaltet. Der Architekt Jaroslav Pelan behielt zwar die ursprüngliche Größe der Fenster und Türen, reinigte aber die Fassade von dekorativen Elementen und schuf eine fast ungegliederte Fläche, die allein durch die allegorischen, den Aufbau symbolisierenden Statuen von Vincenc Havel geschmückt wurde. Obwohl diese Umgestaltung als Provisorium gedacht war, behielt das Theatergebäude die neue Fassade für mehr als vierzig Jahre. Die einzige größere Veränderung war in diesen Jahren der Anbau des neuen Verwaltungsgebäudes an den hinteren Teil des Theatergebäudes. Erst zu Beginn der 1990er Jahre gab es günstige Bedingungen für die Wiederherstellung der historisierenden Fassade. Das Projekt des Architekten Ivo Klimeš gab schließlich dem Theatergebäude sein heutiges Exterieur im Stil der Renaissance zurück.

http://www.divadlo-opava.cz

Schlesisches Landesmuseum

 

2014 jährte sich zum zweihundertsten Mal die Entstehung des ersten öffentlichen Museums auf dem Gebiet der Tschechischen Republik, und zwar des im ehemaligen Jesuitenkolleg gegründeten Troppauer Gymnasialmuseums. An die Tradition des Gymnasialmuseums knüpfte das 1882 auf Initiative der Handels- und Gewerbekammer gegründete Schlesische Landesmuseum für Kunst und Gewerbe (später Kaiser Franz Joseph-Museum für Kunst und Gewerbe) an. Zu den Förderern des Museums gehörte neben den Repräsentanten der Unternehmenssphäre Fürst Johann II. von Liechtenstein, der ein Grundstück für den Bau des neuen Ausstellungsgebäudes zur Verfügung stellte.

Zwischen 1893 und 1895 entstand mit finanzieller Unterstützung der Handels- und Gewerbekammer auf dem Gelände des ehemaligen Fürstenschlosses ein Bauwerk im Stil der Neorenaissance, das von den Wiener Architekten Johann Scheiringer und Franz Kachler entworfen worden war. Interessanterweise wurden sie mit dem Bau betraut, obwohl sie im architektonischen Wettbewerb von den Brüdern Drexler sowie von Joseph Maria Olbrich besiegt worden waren.

Das zweigeschossige, im Stil der Neorenaissance gebaute Museumsgebäude sollte an das Kunsthistorische Museum in Wien erinnern. Die reich geschmückte Hauptfassade ist durch einen mächtigen Risalit mit vorgesetzten Treppen und zwei übereinander angeordneten Loggien gegliedert und mit einer Kuppel auf polygonalem Tambour abgeschlossen. Auf der Kuppel befindet sich die Statue eines Genies mit Fackel und Lorbeerkranz, die nach einem Entwurf von Theodor Friedel gefertigt wurde. Friedel ist zugleich Autor der Pegasus-Statuen seitlich der Kuppel. Die geflügelten Rosse werden von den Musen der Musik und der Kunst begleitet. Die ursprünglichen Statuen wurden indes wegen Beschädigungen durch originalgetreue Kopien ersetzt. Auf dem Gebäude befinden sich zudem vier allegorische Terrakottafiguren, die die Kunst, Wissenschaften, Handwerke und den Handel darstellen.

Das Interieur des Museumsgebäudes wird von der viereckigen, von einem Säulengang umgebenen Eingangshalle dominiert, von der aus man die einzelnen Teile des Gebäudes erreichen kann. Im Erdgeschoss befanden sich sieben Ausstellungsräume und ein Zeichenkabinett, im zweiten Geschoss zwei Gemäldegallerien und ein Raum für kurzfristige Ausstellungen. Auch die Handels- und Gewerbekammer war hier eine Zeit lang untergebracht. Im zweiten Geschoss befand sich der Konferenzraum mit drei hohen Fenstern und einem Balkon. Nachdem die Handels- und Gewerbekammer in ihren repräsentativen Sitz, das heutige Petr-Bezruč-Kulturhaus, umgezogen war, wurden weitere Räume für den Museumsbetrieb frei. Der Plan, an die hintere Fassade des Museumsgebäudes ein spiegelbildliches Gebäude anzubauen, in dem das Gymnasialmuseum und die Bibliothek untergebracht worden wären, wurde nicht realisiert.

Nach der Entstehung der Tschechoslowakei wurde das Museum von der Landesverwaltung übernommen, sein Name wurde geändert (Schlesisches Landesmuseum) und auch seine Funktion wurde neu definiert. Vor allem die landeskundliche Ausrichtung der Museumsaktivitäten wurde bevorzugt, so dass der Fokus auf Ethnographie und Archäologie lag. Zugleich übernahm das Museum die Sammlungen des Vereinsmuseums von Matice opavská. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Museumsgebäude durch amerikanisches Bombardement beschädigt. Es konnte jedoch gerettet werden und wurde 1947 nach den Plänen des Architekten Zdeněk Alexa aus Brno umgebaut. Der Wiederaufbau, der die Sanierung des historischen Interieurs einschloss, wurde erst 1955 beendet. Danach wurde das Museum feierlich wiedereröffnet und der Öffentlichkeit wurden neue, auf Naturkunde, Archäologie und Sozialgeschichte fokussierte Ausstellungen präsentiert. Erst 1981, nach mehr als zehn Jahren Vorbereitungen, wurden die alten Expositionen durch neue ersetzt. 1986 wurde schließlich die während des Krieges vollständig zerstörte Kuppel wiederhergestellt.

Nach der Revolution von 1989 wurden zwar die Expositionen teilweise modernisiert, aber ihre Präsentation entsprach langfristig weder der Tradition noch dem Potenzial des Museums. Dieses arbeitete in einem konzeptionslosen Provisorium und auch das Museumsgebäude verfiel zusehends. Die Situation änderte sich erst 2010–2012. Das Museumsgebäude wurde generalsaniert und präsentierte nach der Wiedereröffnung neue Expositionen, die sich nunmehr auch in den Kellerräumen befanden. Unter dem Sammelnamen „Exposition Schlesien“ werden hier der Öffentlichkeit in vier Abschnitten Natur, Geschichte, Kultur und Persönlichkeiten Schlesiens präsentiert.

www.szm.cz

 

Sobek-Palais

 

Der Barockpalast wurde 1733 von Karl Josef Rogoysky von Rohoznik an der Stelle von drei älteren Häusern gebaut. Nach dem Brand von 1758 wurde er wiederaufgebaut. Das Gebäude hat ein mit Bildhauerdekor geschmücktes Pfeilerportal, das einen Balkon mit Rokokogitter trägt. Im Erdgeschoss sind bis heute Barockgewölbe erhalten geblieben. Am Ende des 19. Jahrhunderts befand sich der Palast im Besitz des Grafen Sternberg. Heute ist der gesamte Palastkomplex Sitz einer Privatfirma.

Eulenburg

 

Das Gebäude, ein schönes Beispiel für die romantische Architektur, wurde von dem Architekten Adalbert Bartel entworfen und zwischen 1904 und 1906 von dem Baumeister Viktor Bartel für die eigenen Bedürfnisse realisiert. Es handelt sich um eine einzigartige, über das Mittelmaß weit hinausgehende Kombination von Jugendstilelementen und der modernen, progressiven Architektur. Das Dachgeschoss und der Haupteingang sind mit Eulenreliefs geschmückt, die dem Gebäude dessen Namen gegeben haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus vorübergehend als Sitz der örtlichen Pfandfinderorganisation genutzt.

Landesarchiv

 

Der umfangreiche Gebäudekomplex, der die St.-Adalbert-Kirche am Niederring umgibt, ist heute Sitz des Landesarchivs, des drittältesten und zugleich drittgrößten Staatsarchivs in der Tschechischen Republik. In den Räumen dieses fast dreihundert Jahre alten Bauwerks waren zudem gleich mehrere bedeutende Institutionen untergebracht.

Das Gebäude des Landesarchivs ist untrennbar verbunden mit dem Jesuitenorden, der in den 1620er Jahren von Fürst Karl I. von Liechtenstein nach Opava eingeladen wurde. Nach dem Bau der barocken St.-Georg-Kirche (später St.-Adalbert-Kirche) an der Stelle einer alten gotischen Kirche in den 1670er Jahren bauten die Jesuiten zwischen 1711 und 1713 auch das Gebäude des Gymnasiums und des Kollegs um. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass hier eine Zeit lang Bohuslav Balbín wirkte und dass der Komponist Josef Vejvanovský einer der Schüler des hiesigen Gymnasiums war. Der neue Gebäudekomplex mit einem großen, an der Kirche anliegenden Garten wurde von den Architekten Hans Georg Hausrucker und Josef Ried entworfen. Der Nordflügel, in dem das lateinische Gymnasium untergebracht war, wurde erst 1730 vollendet. Das barocke, kompakt wirkende Bauwerk hatte eine Fassade mit regelmäßig angeordneten Pilastern und rechteckigen Fenstern und wurde durch einen durchgehenden Gang mit zum Hof ausgerichteten Fenstern verbunden. Die Geschosse hatten barocke Tonnengewölbe mit Lünetten. Der Ostflügel mit einem dreiachsigen Risalit war ursprünglich mit einem niederen, dreieckigen Giebel abgeschlossen.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 wurden die Gebäude frei, nur das Gymnasium, an dem bis 1821 einige der alten jesuitischen Lehrer unterrichteten, blieb erhalten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählten zu den Schülern des Gymnasiums einige bedeutende Persönlichkeiten, z. B. der Gründervater der Genetik Johann Gregor Mendel, der Komponist Pavel Křížkovský oder der Arzt und Politiker Hans Kudlich. Obwohl es eine deutsche Schule war, zählten zu den Mitgliedern des Lehrerkorps auch einige Repräsentanten der tschechischen Nationalbewegung, z. B. Antonín Vašek, Jan Lepař oder Vincenc Prasek. In dem Gebäude waren auch das 1814 gegründete Gymnasialmuseum – das älteste Museum auf dem Gebiet der Tschechischen Republik –, und die Gymnasialbibliothek untergebracht.

Die veränderte Nutzung des Gebäudes verlangte nach deren Adaption und räumlicher Reorganisation. Zwischen 1813 und 1815 wurde der gesamte Komplex nach den Plänen von Anton Englisch klassizistisch umgestaltet. Zugleich wurde ein neues, repräsentatives Treppenhaus errichtet, das zum Tagungsraum des Schlesischen Standeskonvents führte, der hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts tagte. Seitdem wurde das Bauwerk auch von dem Landesarchiv genutzt, das hier bis zum Zweiten Weltkrieg untergebracht war. 1820 wohnte hier während des Troppauer Kongresses der Heiligen Allianz der österreichische Kaiser Franz I.

Durch die Abtrennung von Mähren wurde Schlesien 1850 wieder ein autonomes, selbstverwaltetes Land, das außer der Landesregierung auch einen Landtag hatte. Dieser entstand 1861 und hatte 31 Abgeordnete, für deren Beratungen gerade das ehemalige Jesuitenkolleg vorgesehen war. Folglich heißt die anliegende Straße heute Sněmovní-Straße. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude wiederholt hergerichtet. Ein zweites Treppenhaus, der Portikus am Haupteingang und der Aufbau des Attikageschosses wurden gebaut und der Nordflügel wurde verkürzt, um Platz für die vorbeifahrenden Straßenbahnen zu machen. Zugleich wurde eine zum Niederring ausgerichtete Giebelwand errichtet.

In der Zwischenkriegszeit befand sich im Gebäude auch die Bibliothek des Bürgervereins Matice opavská. Während der deutschen Besetzung wurde das Bauwerk von den deutschen Besatzungsbehörden genutzt. Seit 1950 wurde das Gebäude wieder von dem Landesarchiv genutzt. Dieses musste das Gebäude zunächst mit dem Museum teilen, aber später wurde es zu dessen ausschließlichem Nutzer.

Der Einsturz des Westflügels, durch den auch einige Archivalien zerstört wurden, erzwang eine mehr als zehn Jahre dauernde Rekonstruktion, die zusammen mit den gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989 eine neue Etappe in der Entwicklung des Archivs eröffnete. Heute verwaltet das Landesarchiv in Opava zusammen mit seiner Filiale in Olomouc Dokumente mit Bezug auf Schlesien und den ehemaligen Nordmährischen Bezirk. Die staatlichen Kreisarchive in der Mährisch-Schlesischen und der Olmützer Region sind ihm unterstellt.

www.archives.cz

 

Jüdischer Friedhof

Die einzige Erinnerung an die jüdische Bevölkerung von Opava dürfte der jüdische Friedhof sein, der einen Teil des städtischen Friedhofs in der Otická-Straße bildet. Einer der Anlässe für die 1890 erfolgte Errichtung eines neuen jüdischen Friedhofs war die nicht mehr ausreichende Kapazität der alten Begräbnisstätte, die sich zwischen der Na Rybníčku-Straße und der Veleslavín-Straße befand und seit 1854 genutzt wurde. Die Verstorbenen, die hier bereits bestattet worden waren, wurden nicht an den neuen Friedhof übertragen und die alte Begräbnisstätte blieb bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten. Erst dann wurde sie bis auf eine Mauer, die noch heute besichtigt werden kann, von den Nationalsozialisten vollständig liquidiert. Vor der Errichtung dieser alten Begräbnisstätte hatten die Juden zur Bestattung ihrer Verstorbenen eine Fläche vor dem Haus „Neue Welt“ genutzt, die sich auf dem Gelände der heutigen Aleš- und Olomoucká-Straße befunden hatte. Diese Stelle hatten sie jedoch nach nur vier Jahren wegen des letztlich fallen gelassenen Projekts einer Kavallerie-Kaserne verlassen müssen. Später wurde auf dem genannten Gelände der Westbahnhof gebaut. Der älteste bekannte jüdische Friedhof hatte sich jedoch bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts hinter dem Hradec-Tor, zwischen der heutigen Skřivánčí- und Roosevelt-Straße, befunden.

Der städtische Friedhof in der Otická-Straße bestand aus drei Teilen: dem zentral gelegenen katholischen, dem links gelegenen evangelischen und dem rechts vor dem Haupttor gelegenen jüdischen. Der jüdische Teil hat einen rechteckigen Grundriss, ist 120 m lang und 100 m breit, von einer Ziegelmauer umgeben und mit einer geschmiedeten, zweiflügeligen Hauptpforte sowie einigen weiteren Nebenpforten versehen. Auf dem Gelände des Friedhofs liegt in der Eingangsachse eine eingeschossige Trauerhalle mit rechteckigem Grundriss und halbrundem Abschluss. Das 1893 errichtete Gebäude mit Neoempire-Elementen sollte den jüdischen Bestattungsritualen dienen, wurde jedoch bis zum Bau einer neuen Trauerhalle im Jahr 2007 von allen Konfessionen genutzt. Über die Fläche mit unregelmäßig gepflanzten Bäumen sind insgesamt sechshundert Grabsteine verstreut. Der hintere Teil des Friedhofsgeländes, der ursprünglich für die nächsten Generationen vorgesehen war, blieb ungenutzt. Die vor allem aus schwarzem geschliffenem Granit hergestellten Grabsteine tragen hebräisch-deutsche und hebräisch-tschechische Inschriften und sind oft mit Efeu, einer für die jüdischen Friedhöfe typischen Pflanze, bewachsen.

Von den bedeutenden Persönlichkeiten, die hier bestattet wurden, seien genannt: die Kaufmänner Max Breda und Moritz Weinstein, der Rabbiner Abraham Blüh, die Rechtsanwälte Moritz Ernst und Alois Eisler sowie die Fabrikanten Alois Lichwitz, Eduard Abeles und Ferdinand Quittner. Eine Liste der Grabsteine wurde 1996 erstellt und wird im Büro der Jüdischen Gemeinde in Ostrava aufbewahrt. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Denkmal für die gefallenen jüdischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Friedhof von den Nationalsozialisten geschlossen und die wertvollsten Grabsteine wurden abtransportiert oder zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Friedhof ein Denkmal für die 25 Todesmarschopfer errichtet, die im Januar 1945 zwischen Hněvošice und dem Hof Arnoštov gestorben waren. Es befinden sich hier auch Inschriften zum Gedenken an die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordeten Juden. Der Friedhof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg saniert und die letzte Bestattung fand hier wahrscheinlich 1983 statt.

www.tsopava.cz